News

E-Plus-Deal: Experte befürchtet Preisabsprache

Hinsichtlich der geplanten Fusion von E-Plus und o2 hat ein Mitglied der Monopolkommission des Bundeskartellamtes laut "WirtschaftsWoche" Bedenken angekündigt: Statt innovativer Tarifmodelle werden Preisabsprachen befürchtet.

01.09.2013, 13:01 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Die Bundesnetzagentur wartet derzeit auf Details über die geplante Fusion von E-Plus und o2: Die Behörde möchte wissen, welche Frequenzen die beiden Mobilfunk-Anbieter für ihre Zusammenlegung der Netze einsetzen werden. Die Folgen des Deals werden zusammen mit dem Bundeskartellamt geprüft. Aus deren Monopolkommission hat nun ein Wettbewerbsexperte Bedenken hinsichtlich möglicher Preisabsprachen geäußert, wie die "WirtschaftsWoche" (WiWo) berichtet.

"Übereinkunft über die Preispolitik" möglich

"Wir hätten dann nur noch drei nahezu gleich große Anbieter. Ich sehe die Gefahr, dass diese dann wie die Mineralölkonzerne zu einer stillschweigenden Übereinkunft über die Preispolitik kommen", zitiert die Zeitung Justus Haucap, Direktor des Instituts für Wettbewerbsökonomie an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität und Mitglied der Monopolkommission. Vor allem kleinere Anbieter hätten in der Vergangenheit den Mobilfunkmarkt mit "innovativen Tarifmodellen beflügelt". Nun fürchtet der Ökonom, dass "diese Dynamik bei einer Fusion nachlässt".

Auch Andreas Mundt, Chef des Kartellamtes, stellte bereits klar: "Dass ein solcher Zusammenschluss erhebliche Folgen für den Wettbewerb hätte und in all seinen Facetten genau geprüft werden muss, liegt auf der Hand." Um die milliardenschweren Investitionen in die Netze zu stemmen, ist laut Haucap keine Fusion nötig: Die verschiedenen Anbieter könnten auch bei ihrer "Netzinfrastruktur kooperieren und sich Investitionskosten teilen", sagte der Wettbewerbsexperte der WiWo. O2 habe bereits das Netz der Telekom genutzt, das sei keine Revolution und für die Kunden besser.

(Saskia Brintrup)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang