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DVD-Kauf: Wer sparen will, muss früh vorbestellen

Beim Vorab-Kauf in Kürze erscheinender DVD- und Blu-rays lässt sich einiges sparen. Laut einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW profitieren besonders Kunden, die früh vorbestellen und bei Anbietern mit Preisgarantie ordern.

08.07.2010, 09:11 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Wird der Öffentlichkeit ein neues Produkt präsentiert, gilt anschließend oft die Anzahl der eingegangenen Vorbestellungen als Gradmesser für den Markterfolg. Jüngste Beispiele sind Apples neueste Kreationen iPhone 4 oder der Tablet-PC iPad, die bereits vor Verkaufsstart faktisch ausverkauft waren. Ähnliche Schlagzeilen gibt es bei Film-DVDs zwar selten, jedoch kündet manche Vorbestellspitze hier von kürzlich im Kino ausgelaufenen Kassenschlagern oder Quotenhits im Fernsehen. Ob Blockbuster oder Kultstreifen: Gemeinsam ist allen Bewegtbilder-Vorab-Angeboten eine kaum nachvollziehbare Preisentwicklung mit deutlichen Schwankungen, die auch innerhalb weniger Stunden bei ein und demselben Verkäufer auftreten können. Am meisten spart dabei, wer möglichst früh bestellt und bei Anbietern mit Preisgarantie ordert. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZNRW) zu DVD- und Blu-Ray-Vorbestellungen bei vier großen Online-Kaufhäusern mit "Frühbucher"-Service.

Amazon, Bol, Libri und Weltbild unter der Lupe

Unter die Lupe genommen wurden die Internethändler Amazon, Bol, Libri und Weltbild.de. Bei 20 vorab angebotenen Produktionen kontrollierten die Tester in regelmäßigen Abständen die online abrufbaren Preisangaben. Darunter befanden sich neben Kinoerfolgen wie Die Päpstin, Avatar und 2012 ebenfalls Kultserien wie die vierte Staffel von Ein Engel auf Erden oder die fünfte von Lost. Schnell sorgten die deutlichen Unterschiede für Staunen bei den Verbraucherschützern. So waren für die Pre-order-Artikel permanente Preisänderungen zu verzeichnen, die Differenzen von bis zu 50 Prozent aufwiesen.

Am häufigsten aktualisiert wurden die Angebote bei Amazon und Bol. Hier wurden mehr als die Hälfte aller beobachteten Produkte teurer oder günstiger. Bei Libri betrafen Preisschwankungen immerhin noch jede dritte ausgewählte DVD oder Blu-ray; bei Weltbild.de hingegen nur jede fünfte. Oft zeigte der Kursverlauf dabei nach unten und endete von wenigen Cent über ein paar Euro bei bis zu 12,20 Euro weniger. Aber auch Zickzack-Bewegungen und Preissteigerungen seien zu beobachten gewesen, so die Verbraucherzentrale.

Wer früh mit Preisgarantie vorbestellt, macht oft ein Schnäppchen

Ihre Empfehlung: Am meisten sparen können Kunden, die ihre Vorbestellung sehr früh aufgeben und gleichzeitig sogenannte Preisgarantien nutzen. Amazon etwa verspricht bei vorab gekauften Artikeln aus den Bereichen DVD, Video, Musik, Software, Videogames und Buch in jedem Fall den günstigsten Preis zwischen dem Zeitpunkt der Bestellung und dem Erscheinungstag zu berechnen. So war dort die vierte Staffel von Desperate Housewives Ende Februar noch für 27,99 Euro bestellbar. Im März stieg der Preis um stolze 9 Euro und verharrte auch am Erscheinungstag im April bei 36,99 Euro. Durch die Preisgarantie zahlten alle Vorbesteller aus dem Februar dennoch lediglich die niedrigere Summe.

Auch bei Bol und Weltbild.de gelten laut AGB beziehungsweise eigenen Aussagen ähnliche Konditionen. Libri machte hingegen keine Angaben und auch auf der Homepage fehlen entsprechende Hinweise. Shops, die keine solche Garantie anbieten, braucht aber niemand zu meiden. Die gelegentliche Kontrolle des aktuellen Preises eines vorbestellten Artikels genügt. Sinkt dieser, sollte die Bestellung einfach storniert und neu veranlasst werden, empfiehlt die Verbraucherzentrale. Steigt er, braucht der Käufer nichts zu tun, denn "sein" ursprünglicher Preis gilt weiterhin. Ob dieser aber wirklich günstig ist, zeigt sich nur im Vergleich zu den Angeboten der Konkurrenz. Es ist daher ratsam sich einen Gesamtüberblick über die Marktsituation zu verschaffen – etwa über Preissuchmaschinen oder eigene Recherchen. Gespart werden kann hier laut Stichprobe oft einiges: Während beispielsweise die Trilogie Der Herr der Ringe als Blu-ray bei Amazon am offiziellen Erscheinungstag 54,95 Euro kostete, verlangte Bol für das identische Paket zur gleichen Zeit 82,99 Euro.

(Christian Wolf)

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