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DVB-H: Entscheidung gegen Netzbetreiber

Die Firma Mobile 3.0, ein Gemeinschaftsunternehmen von Mobiles Fernsehen Deutschland und der Neva Media GmbH, soll als Plattformbetreiber für den DVB-H-Standard auftreten. Das entschied die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten.

17.10.2007, 14:21 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Fernsehen auf dem Handy soll in Zukunft zu einer neuen Geldquelle werden. Nachdem in Deutschland bereits auf Basis des DMB-Standards mobil ferngesehen werden kann, sollen TV-Inhalte im nächsten Jahr, pünktlich mit dem Beginn der Fußball Europameisterschaft, auch auf Basis von DVB-H über entsprechende Endgeräte abgerufen werden können. Die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten hat nun entschieden, dass als Plattformbetreiber nicht die drei deutschen Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und o2 auftreten sollen, sondern das erst letzte Woche neu gegründete Unternehmen Mobile 3.0.
Vorschläge erwartet
Hinter Mobile 3.0 steht auf der einen Seite die Firma Mobiles Fernsehen Deutschland, die auch für die DMB-Ausstrahlung bei debitel und mobilcom verantwortlich ist, auf der anderen Seite die Neva Media GmbH, an der die Verlagshäuser Hubert Burda Media und Holtzbrinck beteiligt sind. Mobile 3.0 wurde von den Landesmedienanstalten aufgefordert, bis zum 9. November einen Vorschlag für die Belegung der nutzbaren Kapazitäten für Fernsehen und Hörfunk vorzulegen. Ein regionales TV-Programm und vier Radio-Programme müssten dabei berücksichtigt werden.
Anschließend wollen die Landesmedienanstalten eingehend prüfen, ob die vorgesehene Belegung diskriminierungsfrei erfolgt sei und ein vielfältiges Gesamtangebot zur Verfügung stehe. Der Vorsitzende der Gremienvorsitzendenkonfernez, Thomas Koch, sagte: "Ich bin zuversichtlich, dass diese Vorentscheidung und die anschließende Empfehlung von allen 14 Landesmedienanstalten mitgetragen wird."
Netzbetreiber wollen abwarten
Während bei den Betreibern von Mobile 3.0 die Freude groß sein drüfte, wollen die drei zunächst leer ausgegangenen Netzbetreiber abwarten, welche neuen Möglichkeiten sich nach der Entscheidung der Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten ergeben. Entsprechende Prüfungen seien allerdings gerade erst angelaufen, sagte ein o2-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.
Erst am Montag hatte die Bundesnetzagentur beschlossen, dass die T-Systems Media and Broadcast GmbH den Zuschlag für den technischen Sendebetrieb von DVB-H bekommen hat. Der Ausbau des Sendernetzes für portable und mobile Rundfunkanwendungen beginnt nach derzeitigem Planungsstand im Frühjahr 2008 in Hannover. Die Hauptstädte der anderen 15 Bundesländer werden bis Ende 2008 folgen. Ab 2009 wird der Netzausbau sukzessive alle deutschen Städte mit mehr als 150.000 Einwohnern sowie mindestens in jedem Bundesland die vier einwohnerstärksten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern erfassen. Bis zum Jahr 2015 sollen 90 Prozent der Bevölkerung Deutschlands versorgt sein.

(Hayo Lücke)

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