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Durchbruch für VoIP am Handy steht bevor

Vom Nischenprodukt zur Killerapplikation – das sind die Zukunftsaussichten, die Marktforscher jetzt der Internet-Telefonie per Handy bescheinigen.

22.09.2006, 11:16 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Vom Nischenprodukt zur Killerapplikation – das sind die Zukunftsaussichten, die Marktforscher jetzt der Internet-Telefonie per Handy bescheinigen. Der Nachrichtenagentur pte zufolge wird mobiles VoIP in den kommenden Jahren den Durchbruch feiern. Der Boom soll jedoch nicht dank WLAN aufs Handy kommen, wie es eine Studie von In-Stat kürzlich prognostizierte. Den Marktforschern von Analysys zufolge soll sich der Erfolg mit der Aufrüstung der 3G-Netze einstellen.
Erheblicher Umsatz
Die mobile Internet-Telefonie wird laut Analysys bis zum Jahr 2012 den Umsatz von VoIP über Festnetz überholen und 18,6 Milliarden Dollar in den USA und 7,3 Milliarden Dollar in Westeuropa erwirtschaften. Die Festnetzvariante hingegen wird es nach Meinung der Branchen-Experten nur auf 11,9 Milliarden Dollar in den USA und 6,9 Milliarden Dollar in Westeuropa bringen.
Dass diese Rechnung nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigt auch Philipp Bohn, Analyst bei Berlecon gegenüber pte: "Die Tendenz ist auf jeden Fall realistisch. VoIP am Handy hat Potenzial." Das geplante Super 3G- Netz mit Downstream-Raten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde soll es richten.
"So wird was aus UMTS"
Während Berlecon das Potenzial aber aufgrund steigender Funktionsvielfalt vor allem bei den Geschäftskunden sieht, rechnet Analysys vor allem mit erheblichen Einspar- und Servicemöglichkeiten für die Mobilfunkbetreiber. In den USA steht der Ausbau der "CDMA2000 EV-DO" zu "Revision A" ab 2007 an, in Europa von UMTS zu 3G LTE – auch Super 3G genannt. Das soll ab 2010 für einen kräftigen Aufschwung sorgen. Der Analysys-Studie zufolge könnten damit bis 2015 allein in Westeuropa 23 Prozent aller VoIP-Gesprächsminuten via Mobilfunknetz abgewickelt werden. "Die höheren Datenraten bieten den Betreibern jedenfalls die Möglichkeit mit IP-basierten mobilen Sprach- und Datendiensten doch noch etwas aus UMTS zu machen", sagt Bohn gegenüber pte.

(Aleksandra Leon)

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