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DSL via Satellit - Poweruser nicht willkommen

Wer Monat für Monat zahlreiche Gigabyte an Datenvolumen verursacht, sollte nicht damit rechnen, bei Satelliten-Providern mit Freude aufgenommen zu werden.

Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Schnell im Internet surfen auch ohne DSL-Anschluss? Satellitengestützte Breitband-Zugänge machen es möglich. In der Regel werden die Sat-Verbindungen allerdings nur mit einem monatlichen Inklusivvolumen angeboten. Wer über das gewährte Limit hinaus online geht, wird von Anbieter zu Anbieter für den Rest des Monats entweder ausgesperrt oder in der Bandbreite gedrosselt. Und das nicht ohne Grund: so genannte Poweruser, die Monat für Monat zum Beispiel über Filesharing-Netzwerke überdurchschnittlich viele Gigabyte an Traffic verursachen, sind nicht gern gesehen. Das erklärten Vertreter verschiedener Sat-Provider auf der CeBIT gegenüber unserer Redaktion.

Fokus auf Fair-Use-Regelung

Das Hauptproblem stellen in diesem Zusammenhang nicht einmal die anfallenden Kosten dar, sondern vielmehr die technisch bedingt begrenzte Satelliten-Performance. Die von Astra und Eutelsat betriebenen Satelliten sind jeweils mit einer bestimmten Anzahl an Transpondern ausgestattet, die sich mehrere Nutzer teilen müssen. Wenn nun einzelne Heavy-User diese Transponder rund um die Uhr mit datenintensiven Downloads blockieren, bleibt für andere Nutzer weniger Leistung übrig. Das Fair-Use-Prinzip lässt sich so nicht aufrecht erhalten.

Dennoch versuchen die verschiedenen Anbieter mit technischen Innovationen die Einschränkungen für die Kunden so gering wie möglich zu halten. So setzt zum Beispiel die Internetagentur Schott über den Eutelsat-2-Wege-Dienst Tooway neuerdings ein Komprimierungsverfahren ein, bei dem das Datenaufkommen zum Teil deutlich reduziert wird. Dafür wird die Auflösung von Bildern automatisch nach unten geschraubt, ohne sich wirklich störend auf die Darstellung auszuwirken. Ähnliche Techniken werden auch im Mobilfunk bei UMTS-Verbindungen eingesetzt. Auf Wunsch haben Schott-Kunden die Möglichkeit, das Komprimierungsverfahren über den persönlichen Kundenbereich unter satspeed.com zu deaktivieren, stoßen dann aber schneller an das gewährte Traffic-Limit. Die bei Satelliten-Internet hohen Ping-Zeiten kann die neue Technik derweil nicht erträglicher gestalten.

Viel Wert legt man bei Schott auch auf die Tatsache, dass allen Nutzern eine deutsche IP-Adresse zur Verfügung gestellt wird. Dadurch lassen sich Inhalte mit regionalen Nutzungsrechten auch wirklich nutzen. Probleme könne es andernfalls beispielsweise bei Mediatheken geben, erklärte Stephan Schott gegenüber onlinekosten.de. Neu vorgestellt wurde auch ein überarbeiteter Router. Die SatspeedBox II unterstützt unter anderem IPTV, Video on Demand und Voice over IP und ist mit einer integrierten Firewall ausgestattet.

Blick auf KA-Sat

Große Hoffnung legt man auch auf den neuen Breitband-Satelliten KA-Sat, der Ende 2010 starten soll und deutlich höhere Bandbreiten gewährleistet. Downloads sollen dann mit bis zu 10 Megabit pro Sekunde möglich sein. Bisher liegt der Tooway-Standard bei 3,6 Mbit/s.

(Hayo Lücke)

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