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DSL online bestellen im Vergleich: Tücken im Detail

Die Buchung eines neuen DSL-Tarifes per Internet ist komfortabel, doch auch Vorsicht ist geboten. Umfangreiche Fußnotentexte oder voraktivierte Zusatzoptionen können verwirren. Onlinekosten.de hat den DSL-Bestellprozess von 1&1, Alice, der Telekom und von Vodafone unter die Lupe genommen.

21.09.2010, 10:16 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Der Entschluss ist gefasst: Ein DSL-Anschluss soll her. Während Interneteinsteiger erstmals per DSL surfen möchten, liebäugeln erfahrene Internetnutzer dagegen etwa mit dem Wechsel zu einem anderen DSL-Anbieter. Beweggründe für einen Providerwechsel können günstigere Tarife oder zum Beispiel das Versprechen von mehr Service sein. Ein Bestellweg mit Spareffekt ist für beide Kundengruppen meist eine Online-Buchung, da hier vielfach noch ein Bonus in Form einer Gutschrift oder eines Rabattes winkt. Doch der Bestellprozess per Internet kann sich als recht umfangreich erweisen, erhöhte Aufmerksamkeit ist erforderlich. Schließlich sollten auch die bei einer Bestellung offenbar unvermeidlichen Sternchentexte und Fußnoten nicht unbeachtet bleiben. Onlinekosten.de hat den Online-Bestellvorgang der Provider 1und1, Alice, Telekom und Vodafone unter die Lupe genommen und dabei einige Hürden gefunden, die umschifft werden müssen.

Die Auswahl des Wunsch-Tarifes...

Ist die Wahl auf einen bestimmten DSL-Tarif bei einem Anbieter gefallen, kann es auf der Webseite des ausgewählten Providers auch schon mit der Bestellung losgehen. 1&1 und Alice beispielsweise bieten DSL-Komplettpakete mit oder ohne lange Laufzeit an. Doch hier ist bereits genaues Hinschauen gefragt. Während Alice beide Vertragsvarianten gleichrangig nebeneinander zur Bestellung anbietet, zeigt die 1&1 DSL-Tarifübersicht zunächst nur solche mit einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten an. Erst beim Herunterscrollen wird ein recht unauffälliger Link zu DSL-Paketen ohne Laufzeit sichtbar. Vodafone bietet ausnahmslos Tarife mit 24-monatiger Vertragslaufzeit, die Telekom stellt Angebote mit 12- oder 24-monatiger Laufzeit bereit. Nach Auswahl des gewünschten Tarifes taucht bei 1&1 und der Telekom neben den Preisangaben das häufig genutzte Sternchen auf, das auf weitere Erläuterungen verweist. Der Sternchentext findet sich bei beiden Anbietern als Pop-Up-Fenster, die Telekom zeigt den Text jedoch auch zusätzlich am Ende auf ihrer Webseite auf. Das ist hilfreich, wenn der Browser Probleme mit dem Anzeigen von sich selbst öffnenden Browser-Fenstern hat.

...und das Leid mit den Fußnoten

Bei 1&1 schlich sich in den Sternchentext ein kleiner Fehler ein. Neben Erläuterungen zu Tarifdetails und der Versandkostenpauschale in Höhe von 9,60 Euro wurde die Vertragslaufzeit fälschlicherweise mit 24 Monaten angegeben, obwohl wir testweise die Variante ohne Laufzeit gewählt hatten. Erst auf der folgenden Seite zeigte der Sternchentext den korrekten Hinweis auf einen Tarif ohne Laufzeit mit 3 Monaten Kündigungsfrist an. Alice gibt nummerierte Fußnotenerläuterungen am unteren Ende der Webseite an, Vodafone arbeitet ebenfalls mit Fußnoten, die allerdings erheblich umfangreicher sind und per Pop-Up zur Verfügung stehen. Bei Problemen während der Bestellung bieten 1&1, Alice und die Telekom auch die Möglichkeit eines kostenlosen Rückrufs an, Alice ermöglicht zudem einen Live-Chat mit Support-Mitarbeitern.


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1&1 und Alice packen das Sicherheitspaket ungefragt zur Buchung hinzu. Alice zeigt im Warenkorb jederzeit
die jeweiligen Kosten an. Screenshot: onlinekosten.de. Zum Vergrößern anklicken.

DSL-Verfügbarkeitscheck: Ist der Tarif am eigenen Wohnort verfügbar?

Im weiteren Verlauf des Bestellprozesses steht bei allen Anbietern der Check der DSL Verfügbarkeit an. 1&1-Neukunden haben zuvor noch die Möglichkeit Ergänzungen wie einen WLAN-Router oder bei Tarifen mit 24-monatiger Bindung einen mobilen Internettarif, eine optionale Handy-Flat oder das maxdome Entertainmentpaket zu buchen. Bei den anderen drei Providern folgten Zusatzoptionen erst nach erfolgreich absolvierter Verfügbarkeitsprüfung. Der DSL-Verfügbarkeitcheck stellt einen wichtigen Schritt bei der Bestellung dar, schließlich entscheidet das Ergebnis, ob der gewünschte Tarif am eigenen Wohnort gebucht werden kann.

Es sollte beachtet werden, dass aus technischen Gründen vor Ort eventuell nur geringere Bandbreiten nutzbar sein können. 1&1 bietet im Rahmen der Leistungs-Garantie den Wechsel in einen günstigeren Tarif oder eine Auftragsstornierung an, falls weniger als 50 Prozent der bestellten Download-Bandbreite nutzbar ist. Alice gibt die voraussichtliche Übertragungsgeschwindigkeit an, Vodafone behält sich eine "endgültige Aussage" über die schaltbare Leistung bis zur "Prüfung der Letzten Meile" vor. Die Telekom bot während unseres Tests zwar eine Verfügbarkeitsprüfung an, als Ergebnis erhielten wir allerdings nur die Information: "Recherche zurzeit nicht möglich". Die Bestellung ließ sich dennoch fortführen. Die Prüfung der 1&1 DSL Verfügbarkeit erweist sich im Vergleich zu den anderen drei getesteten Providern als recht datenhungrig. Angegeben werden müssen nicht nur die kompletten Adressdaten, sondern auch die Telefonnummer mit Vorwahl und Rufnummer. Vodafone, Alice und die Telekom geben sich mit Angabe von Anschrift und Vorwahl zufrieden.

Weiter auf Seite 2: Ärgernis: Vorausgewählte Zubuchoptionen - Tabellarischer Vergleich DSL online bestellen

Nach absolvierter DSL-Prüfung wird bei 1&1 die bisherige Bestellauswahl im Überblick angezeigt, bei der Telekom lassen sich dagegen nun Hardware und Extras auswählen. Nach erfolgreichem Ergebnis der Vodafone DSL Verfügbarkeitsprüfung haben Kunden die Möglichkeit, das geeignete Paket zu wählen. Hierbei wird auf der rechten Seite bereits ein Warenkorb angezeigt, der übersichtlich die einmaligen und monatlichen Kosten auflistet. Ähnlich geht Hansenet bei seiner DSL-Marke Alice vor. Nach dem Testen der Alice DSL Verfügbarkeit folgt die Produktkonfiguration, wo sich zum Beispiel Alice Quickstart oder Mobilfunkoptionen hinzubuchen lassen. Auch der Hamburger Provider gibt die anfallenden Kosten rechts auf der Seite in einem bei jeder zusätzlich gebuchten Option aktualisierten Warenkorb an.

Vorsicht bei voraktivierten Zusatzoptionen

Ein Ärgernis stellt das sowohl bei 1&1 als auch bei Konkurrent Alice bereits standardmäßig zur Bestellung vorausgewählte Sicherheitspaket dar. Die Nutzung der Software ist in den ersten drei Monaten zwar kostenlos, danach werden aber jeweils knapp 5 Euro monatlich berechnet. Das Paket lässt sich jedoch monatlich kündigen. Bei der Telekom und bei Vodafone mussten solche Zusatzoptionen extra ausgewählt werden. Kundenfreundlich: Mit Ausnahme von Vodafone ließ sich sowohl bei der Telekom als auch bei Alice und 1&1 ein Wunschtermin für die Schaltung des DSL-Anschlusses angeben.

Sind alle Optionen zum gewünschten Tarif hinzugefügt, steht bei allen Providern die Angabe der Kundendaten an. Hier wird nicht nur nach der Anschrift, sondern auch nach Kontaktdaten gefragt, um etwa für eventuelle Rückfragen durch die Hotline erreichbar zu sein. Bei Alice und Vodafone lässt sich obendrein ein Kundenkennwort festlegen, dass bei Kontakt mit der Hotline abgefragt wird. Soll bei Buchung einer Telefon-Flatrate die bestehende Rufnummer übernommen werden, macht dies zusätzliche Angaben zum Anschlussinhaber und das spätere Ausfüllen eines Portierungsformulars erforderlich. Alle vier Internetanbieter bieten als Zahlweise für die einmaligen und monatlichen Kosten den Lastschrifteinzug vom Konto an, hierfür ist die Angabe der Bankverbindung verpflichtend. Als einziger Provider fragte die Telekom zur Identifizierung des Kunden die Personalausweisnummer ab: Eine unberechtigte DSL-Bestellung durch Dritte ist damit nahezu ausgeschlossen.


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Die Telekom weist Kosten und Gutschriften übersichtlich aus. Vodafone fasst die Buchung in einem Warenkorb zusammen. Screenshot: onlinekosten.de. Zum Vergrößern anklicken.

Vor dem Versand der Bestellung fassen alle vier DSL-Anbieter die angegeben Daten und Tarifwünsche in einer Gesamtübersicht zusammen. Hier lassen sich einzelne Daten auch noch einmal korrigieren. Nur die Telekom hat für eine bequeme Navigation auf jeder einzelnen Bestellseite auch einen "Zurück"-Button eingebunden, um problemlos zur vorherigen Seite zu gelangen. Bei den anderen drei Wettbewerbern gelang dies teils nur über die Bestellnavigation am oberen Seitenrand oder über die Zurück-Funktion des Browsers. Als letzter Schritt steht die Bestätigung der Kenntnisnahme von AGB und Leistungsbeschreibung an, die sich jeweils per Link aufrufen lassen. Ebenfalls aufgeführt sind Hinweise zum Datenschutz sowie zum Widerrufsrecht. Bei allen Anbietern ließ sich zudem durch das Setzen eines Hakens auswählen, ob der Provider den Kunden zu Werbezwecken schriftlich oder telefonisch kontaktieren darf. Schließlich ist es soweit: Ein Mausklick auf die Schaltfläche "Bestellung absenden" vollendet den Bestellvorgang. Per E-Mail werden die Bestelldaten noch einmal zugesandt, vorteilhaft ist aber auch direkt der Ausdruck der Gesamtbestellübersicht.

Fazit: DSL per Internet bestellen - Komfortabel, aber "Augen auf"

Wie gezeigt, ist die Buchung eines neuen DSL-Anbieters per Internet zwar bequem, doch sollten schon ein paar Minuten für die Bestellung eingeplant werden. Ansonsten sind schnell ungewollte Extras mitgebucht oder beispielsweise die bestehende Rufnummer nicht portiert worden. Während 1&1 den Neukunden gleich zu Beginn mit allen möglichen Zubuchoptionen überhäuft, noch ehe die DSL-Verfügbarkeitsprüfung erfolgt ist, gefiel der Bestellprozess der Telekom aufgrund seiner Übersichtlichkeit und Sicherheitsmerkmale wie die Überprüfung der Personalausweisnummer. Punkten konnte auch Alice mit einem Live-Chat: Tauchen während des Bestellvorgangs Fragen auf, kann direkt ein Support-Mitarbeiter per Chat angesprochen werden. Vodafone und Alice konnten mit der Darstellung ihres Warenkorbes überzeugen, der bei Buchung einer Zusatzoption jeweils direkt aktualisiert wurde und säuberlich monatliche und einmalige Kosten angab.

DSL-Internetzugang online bestellen: Tabellarischer Vergleich

(Jörg Schamberg)

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