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DSL im Januar: Die Preise ziehen wieder an

Ist 2009 das Ende der Fahnenstange beim Preisverfall erreicht? Onlinekosten.de gibt einen Überblick über die aktuellen Aktionen und Tarife der großen DSL-Anbieter.

05.01.2009, 15:38 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Glaubt man den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, haben im vergangenen Jahr die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen einen neuen Tiefpunkt erreicht. Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht? Schon seit Jahren liefern sich deutsche DSL-Anbieter einen ruinösen Unterbietungskampf, der sich erst in Zeiten der voranschreitenden Konsolidierung allmählich zu verlangsamen scheint. Die Redaktion von onlinekosten.de hat die Januar-Angebote einmal genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Gebühren der Provider stabilisieren sich - nicht wenige von ihnen heben sogar wieder die Preise leicht an.
1&1: Aktion bis zum 9. Januar
Schon wenige Tage vor dem eigentlichen Startschuss konnte onlinekosten.de über die neuen Januar-Tarife von 1&1 berichten. Ab sofort sind die Flatrates für Internet und Telefon die ersten sechs Monate der Vertragslaufzeit günstiger zu haben: Die 1&1 Doppel-Flat 6.000 kostet zunächst 14,99 Euro monatlich, ab dem siebten Monat steigt die Gebühr auf 29,99 Euro. Ein Tipp: Wer sich für das Angebot interessiert, sollte noch bis zum 9. Januar zuschlagen, denn nur bis zu diesem Tag spendiert 1&1 seinen Erstbestellern den HomeServer gratis dazu.
Die 1&1 Doppel-Flat 16.000 ist im ersten halben Jahr für 19,99 Euro monatlich zu haben – erst ab dem siebten Monat liegen die monatlichen Kosten bei 34,99 Euro. Beim Profi-Angebot, der 1&1 Entertainment-Flat, sparen Neukunden sechs Monate lang je 20 Euro: Danach steigt der Preis auf reguläre 59,99 Euro. Im Gegenzug bekommt der Nutzer eine Doppel-Flatrate mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream, eine SIM-Karte für kostenlose Gespräche in das deutsche Festnetz sowie Zugriff auf das Premium-Paket von Maxdome, bei dem mehr als 12.000 Titel zum Abruf bereit stehen. Zudem ist der HomeServer sowohl bei der 1&1 Doppel-Flat 16.000 als auch bei der Entertainment-Flat inklusive.
Achtung: Wie bei den DSL-Töchtern von United Internet (1&1, GMX und Web.de) mittlerweile üblich, ist bei der Bestellung des ausgesuchten Pakets besondere Vorsicht angebracht. Allzu gerne landen ungefragt Zusatzoptionen im Warenkorb, die teure Verpflichtungen nach sich ziehen können: Wer auf das kostenpflichtige 1&1 Sicherheitspaket oder die Speed-Option verzichten kann, sollte es nicht versäumen, die Einträge aus den Voreinstellungen des Paketes zu löschen. Hansenet hat sich für Januar etwas Besonderes für die Kunden einfallen lassen. Wie onlinekosten.de bereits berichtete, können alle DSL-Nutzer, die auch von dem Alice-Mobilfunkangebot Gebrauch machen, künftig ohne Aufpreis per UMTS ins Netz: Dafür räumen die Hanseaten allen Kunden ein monatliches Traffic-Freikontigent in Höhe von 30 Megabyte (MB) ein. Das Volumen reicht aus, um etwa täglich bis zu 50 E-Mails zu versenden oder 120 Websites im Monat aufzurufen.
Alice schickt die Surfer ins Freie
Mobile Vielsurfer können ab Januar zudem auf die neue Option Mobile Internet zurückgreifen: Für einen monatlichen Aufpreis von 6,90 Euro zusätzlich zum DSL-Paket steigt wächst das Inklusiv-Volumen auf 300 MB. Jedes weitere MB wird mit 25 Cent berechnet. Gleichzeitig verschlechtern sich im Januar allerdings auch die Konditionen für Neukunden: Konnten sich Erstbesteller die Grundgebühr ihres Pakets in den ersten fünf Monaten sparen, so sind es ab sofort nur noch zwei Monate. Weiterhin besteht die Bedingung, dass der Kunde eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten für den Vertrag in Kauf nimmt, der danach allerdings vier Wochen zum Monatsende kündbar ist.
Vodafone: UMTS für DSL-Wechlser
Erfahrungsgemäß können zwischen Bestellung und Freischaltung eines DSL-Anschlusses Wochen – wenn nicht Monate – vergehen. Vodafone hat sich daher das Surf-Sofort-Paket ausgedacht, bei dem das Warten auf eine sechs Mbit/s schnelle Internetanbindung durch einen befristeten kostenlosen UMTS-Zugang versüßt wird. Alle Details darüber hat onlinekosten.de in einer Sondermeldung zusammengefasst.
Derzeit kostet das reguläre Vodafone Zuhause DSL All-Inclusive-Paket im ersten halben Jahr keinen Cent, danach steigt die monatliche Gebühr auf 29,95 Euro. Eine Telefon-Flatrate ist im Preis bereits inbegriffen. Als zusätzlichen Service bietet Vodafone am Tag der Anschaltung kostenlosen telefonischen Support an. Das Angebot ist zunächst bis zum 11. Januar befristet.
Arcor: Letztes Winterangebot?
Arcor nähert sich als Marke seinem Ende: schon in Kürze könnte die Mutter Vodafone die aktive Vermarktung für die Tochter übernehmen. Dennoch legt Arcor auch im neuen Jahr noch ein eigenes DSL-Angebot vor: Noch bis zum 11. Januar ist das All Inclusive Paket mit einer Bandbreite von sechs Mbit/s nach dem Vertragsabschluss ein halbes Jahr lang kostenlos zu haben. Danach steigt der Preis auf 29,95 Euro. Als besonderen Bonus spendiert Arcor seinen Neukunden ein Gratis-Modem. Auch die Kosten der Bereitstellung des Anschlusses, die bislang 99,95 Euro betrugen, übernimmt der Anbieter. Der DSL- und Mobilfunkanbieter o2 denkt langfristig: Noch bis zum Anfang März wird der Vermarktungsschwerpunkt der Münchener bei dem DSL Komplettpaket legen. Wer innerhalb dieses Zeitraumes online bestellt, erhält das o2 DSL Komplettpaket, das derzeit für 20 Euro im ersten Jahr zu haben ist, ab sofort für 15 Euro. Ab dem 13. Monat steigt die monatliche Gebühr, wie bei den heute geltenden Konditionen, wieder auf 30 Euro.
O2: Ein Jahr lang sparen
Das Komplettpaket beinhaltet eine Doppel-Flatrate für Internet und Telefonie. Vier Megabit pro Sekunde im Downstream werden dem Kunden zur Verfügung gestellt, wer es schneller mag, kann gegen Aufpreis von drei beziehungsweise fünf Euro mit bis zu acht oder 16 Mbit/s surfen. Bei Telefonaten sind Gespräche in das deutsche Festnetz und das Mobilfunknetz von o2 kostenlos. Wer darüber hinaus auch seinen Handy-Vertrag (mit derselben Kundennummer) bei o2 laufen hat, kann kostenlos zwischen den Anschlüssen Gespräche führen. Alle weiteren Details zum neuen Angebot hat onlinekosten.de in einer eigenen Meldung zusammengefasst.
T-Home Entertain: 100 Euro Guthaben
Zu Beginn des neuen Jahres rührt die Deutsche Telekom wieder kräftig die Werbetrommel für ihr Triple-Play-Angebot T-Home Entertain. Konnten sich bislang Neukunden bei Vertragsunterzeichnung bereits einen kostenlosen Festplattenrekorder sichern, so legen die Bonner nun noch für Online-Besteller Bares obendrauf: Alle Entertain-Neukunden – ob von T-Home Entertain Comfort, Comfort Plus oder Premium – erhalten einmalig eine Gutschrift in Höhe von 100 Euro, die mit der nächsten Telefonrechnung verrechnet wird. Die Aktion ist zunächst bis zum 31. Januar befristet – ebenso wie das Gratisangebot für den HD-fähigen Festplattennrekorder.
Versatel: FRITZ!Box Fon WLAN 7270
Im Januar spendiert Versatel seinen Neukunden die passende Hardware zum DSL-Anschluss: So gibt es noch bis zum Ende des Monats die FRITZ!Box Fon WLAN 7270 gratis zur Bestellung dazu, sofern gleichzeitig die Festnetz-Flatrate für 7,50 Euro monatlich mitgeordert wird. Der ADSL- und VDSL-Router aus dem Hause AVM verlässt sich bei der drahtlosen Datenübertragung auf den schnellen WLAN-Standard 802.11n (Draft 2.0). Wer sich die FRITZ!Box auf herkömmlichen Weg besorgt, zahlt derzeit rund 250 Euro dafür. Das Winterangebot gilt für alle Bestellungen für DSL-Anschlüsse mit mindestens zwei Mbit/s. Das ist bereits bei der Basis-Flatrate der Fall, die auch im Januar noch für 19,90 monatlich zu haben ist. Zusätzlich beinhaltet der Tarif einen ISDN-Telefonanschluss mit zwei Leitungen und drei Rufnummern.
Kleiner Wermutstropfen: Pünktlich zum Jahresanfang lief die Mobilfunkaktion bei Versatel aus. War die SIM-Karte bislang für 2,50 Euro zu bekommen, so steigt der Preis nun wieder auf 7,50 Euro. Mit dem Angebot können Kunden zeitlich unbegrenzt und ohne Mehrkosten Gespräche in das deutsche Festnetz führen.

(André Vatter)

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