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DSL-Freischaltung: Beschwerden über Telekom nehmen zu

Die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur darüber, dass die Freischaltung oder der Umzug zu einem neuen DSL-Anbieter nicht wie versprochen geklappt hat, sind im letzten Jahr sprunghaft gestiegen, berichtet das ZDF-Magazin "Frontal 21".

06.08.2014, 13:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Wer einen DSL-Anschluss bestellt, hat die Wahl. Die jeweiligen DSL-Anbieter müssen jedoch meist die letzte Meile beim Ex-Monopolisten Deutsche Telekom anmieten. An dem Tag, an dem der Anschluss dann geschaltet werden soll, klingelt ein Techniker der Telekom an der Tür - oder auch nicht.

Beschwerden um 66 Prozent gestiegen

Die Beschwerden bei der Bundesnetzagentur darüber, dass die Freischaltung oder der Umzug zu einem neuen DSL-Anbieter nicht wie versprochen geklappt hat, sind im letzten Jahr sprunghaft gestiegen, berichtet das ZDF-Magazin "Frontal 21" unter Berufung auf Zahlen aus dem Bundeswirtschaftsministerium.

Dem Fernsehbeitrag vom 5. August zufolge sollen zwischen Juli 2013 und Juni 2014 25.361 Beschwerden bei der Aufsichtsbehörde eingegangen sein. Im Jahr zuvor waren es nur 15.242 Beschwerden. Das ist ein Plus von 66 Prozent. Die Telekom weist allerdings darauf hin, dass sich diese Zahl auf drei Millionen Anbieterwechsel pro Jahr bezieht. Die allermeisten Wechsel des Providers würden problemlos verlaufen.

Kunden lassen Frust an Technikern aus

"Frontal 21" lässt einen Telekom-Techniker zu Wort kommen, der berichtet, er habe nur fünf bis zehn Minuten Zeit, um im Haus eines Kunden den Anschluss zu schalten. An den meisten Tagen würde er mindestens einen von acht Aufträgen nicht schaffen.

Er berichtet auch von den Frustrationen der Kunden, die von Beleidigungen über Drohungen bis hin zu körperlicher Gewalt reichen. In einem Fall sei ein Kollege sogar in einem Keller eingesperrt worden.

Gesetzliche Fristen werden nicht eingehalten

Im Telekommunikationsgesetz ist seit Mai 2012 festgeschrieben, dass bei einem Anbieterwechsel die Umschaltung innerhalb eines Kalendertages erfolgen muss. Falls der Anschluss des neuen Anbieters nicht gelingt, darf die Verbindung mit dem alten Provider trotz Kündigung nicht gekappt werden.

Dass die Probleme weiterhin bestehen, ist auch dem Bundeswirtschaftsministerium bekannt. Auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag wurde aber lediglich die mangelhafte Zusammenarbeit der Anbieter kritisiert.

Die Telekom und die alternativen Anbieter schieben sich die Schuld gegenseitig zu. Der Ex-Monopolist sagte, das Unternehmen handele als Auftragnehmer und sei nicht für die Kommunikation mit dem Endkunden zuständig. Es sei "bequem und in den allermeisten Fällen falsch", ihr die Verantwortung zuzuschieben. Es dürften von den Wettbewerbern keine Zusagen gemacht werden, die nicht haltbar seien. Die Konkurrenz betont dagegen, dass sie auf die Termine angewiesen sei, die die Telekom ihr gebe. Immerhin erklärte die Telekom gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: "Wir arbeiten daran, die Prozesse weiter zu verbessern".

(Peter Giesecke)

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