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DSL entbündelt - DSL Tarife im Vergleich

Die Zeichen im DSL-Bereich stehen auf Entbündelung. Immer mehr Provider versuchen sich von den Resale-Anschlüssen auf der Basis von T-DSL loszusagen, um eigene Produkte auf den Markt zu bringen. onlinekosten.de vergleicht aktuelle und kommende Angebote.

05.09.2006, 00:01 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

Die Zeichen im DSL-Bereich stehen auf Entbündelung. Immer mehr Provider versuchen, sich von den Resale-Anschlüssen auf der Basis von T-DSL loszusagen, um eigene Produkte auf den Markt zu bringen. Zeit für einen Vergleich der Oldies QSC und broadnet mit den vielen Newcomern.
Entbündeltes DSL - einen aktuellen DSL Vergleich mit unserem Tarifrechner finden Sie hier!
"Nacktes DSL" ist in
Viele Haushalte haben gar keinen Telefonanschluss mehr, nutzen nur noch ihren Mobilfunkanschluss. Diese Nutzergruppe hatte es bisher nicht einfach, einen DSL-Zugang zu finden, waren doch die meisten an einen Telefonanschluss gekoppelt, der natürlich mit weiteren Kosten verbunden ist. Das soll sich nun ändern: Neben den Alteingesessenen QSC und broadnet kam zuletzt ein Angebot von Tiscali auf den Markt, HanseNet und freenet werden in Kürze folgen.
Vorteile
Die Vorteile eines entbündelten Anschlusses liegen auf der Hand: Ein Telefonanschluss von T-Com ist nicht mehr nötig, Telefonate können über einen vorhandenen Mobilfunkanschluss mit Homezone-Feature oder über Voice-over-IP realisiert werden. Die meisten Anbieter legen die erforderliche VoIP-fähige Hardware meist mit ins Paket. So ist im Optimalfall nur ein Umstöpseln der bereits vorhandenen Telefone nötig und die DSL-Telefonie kann losgehen. Die Telefonnummern können meistens zum neuen Anbieter mitgenommen werden. In der Regel ist VoIP mit einem Minutenpreis von etwa 1 Cent für Gespräche ins deutsche Festnetz deutlich günstiger als die T-Com. Zudem telefonieren VoIP-Kunden zusammengeschalteter Provider oft kostenlos. Flatrates für Dauerquassler können natürlich auch gebucht werden.
Nachteile
Es gibt allerdings auch Nachteile, die nicht verschwiegen werden sollten: Call-by-Call ist nicht mehr möglich, teilweise sind Notrufnummern nicht erreichbar. Wenn keine Hardware mitgeliefert wird, muss der Kunde diese selbst erstehen – ansonsten ist er nur dann telefonisch erreichbar, wenn der Computer angeschaltet ist. Auch das Absetzen von Faxen ist oft nur über Umwege möglich. Vereinzelt sind abgehende Anrufe zu Sonderrufnummern der Vorwahlen 0137, 0900 oder 0700 noch mit Problemen verbunden oder gar nicht möglich. In unsere neue Tariftabelle haben wir die Produkte der Anbieter mit ähnlichen DSL-Bandbreiten einbezogen, es handelt sich dabei stets um Flatrates für den Internetzugang. Zum besseren Vergleich wird das neue Komplettpaket Call & Surf Complete der T-Com den anderen Angeboten gegenübergestellt. Auffällig ist, dass QSC und broadnet auf den hinteren Plätzen landen. Die bisher diese Marktlücke beherrschenden Unternehmen können nicht mit HanseNet oder den anderen Anbietern mithalten. Auch die Bandbreite ist bei den Neulingen für gewöhnlich größer. Was VoIP-fähige Hardware angeht, ist man bei freenet, HanseNet und Tiscali ebenfalls besser bedient.
HanseNet bietet mit Alice Light den günstigsten "nackten" DSL-Anschluss an. Für rund 30 Euro erhält man bereits 4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream, lediglich die Upstream-Rate von 192 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) lässt ein wenig zu wünschen übrig.
VoIP ist hier nicht enthalten, gegen Aufpreis erhält man einen Analog- oder ISDN-Anschluss. Wer statt des aufpreispflichtigen Telefonanschlusses lieber VoIP nutzen will, muss sich um den entsprechenden VoIP Anbieter und gegebenenfalls um die Hardware selbst kümmern. Bei Alice Light sticht außerdem heraus, dass der Kunde sich nicht lange an den Anbieter binden muss – es gilt lediglich eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Je nach Anschlussgebiet wird der Telefonanschluss von HanseNet als eine Art von VoIP- (über spezielle Kombi-Hardware) oder als richtiger Festnetz-Anschluss mit Splitter, NTBA und Modem realisiert. Die Verbindungsqualität der VoIP-Variante lasse allerdings teils zu wünschen übrig, wie einige Nutzer berichten. Neben Echos im Gespräch komme es vereinzelt zu Störungen am DSL-Anschluss.
Tiscali und freenet teilen sich den zweiten Rang, beide Zugänge nutzen die Netz-Infrastruktur von QSC. Tiscali lockt in seinem Surf-&-Complete-Angebot mit einer höheren Bandbreite (im Rahmen einer Aktion 16 zum Preis von 6 Mbit/s). freenetKomplett mit 16 MBit/s würde mit 44,90 Euro zu Buche schlagen, 3 Mbit/s kosten 34,90 Euro. Leider ist das entbündelte Angebot des giftgrünen Providers zu Beginn in einigen Großstädten noch nicht verfügbar. Die Anschlüsse sind bereit für VoIP, eine DSL-Telefonie-Flatrate ist nur gegen Aufpreis erhältlich. Die erforderliche Hardware ist grundsätzlich enthalten.
Abschließend bleibt zu erwähnen, dass die Auswahl der Anbieter in erster Linie von der Verfügbarkeit der Angebote abhängt, denn nicht jedes Produkt ist überall schaltbar. Wer allerdings die Qual der Wahl hat, kann in Zukunft deutlich günstiger als mit einem Telefonanschluss der Telekom surfen und telefonieren. freenetKomplett sowie Alice Light sind jedoch erst in Kürze buchbar.
Update
Ab heutigen Dienstag stehen die freenetKomplett-Angebote zur Buchung zur Verfügung. Unser Rechenbeispiel ist jedoch online nicht bestellbar. Auf der Webseite von freenet wird die DSL-Flatrate zurzeit nur in Verbindung mit der Telefon-Flatrate angeboten. Wer den DSL-Pauschalzugang ohne die VoIP-Flatrate buchen möchte, muss sich laut freenet an die Hotline wenden.
Lesen Sie auch unseren großen Breitband-Tarifvergleich nichtentbündelter DSL-Angebote!

(Tobias Capangil)

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