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DSL-Boom in Deutschland

Inzwischen hat jeder vierte deutsche Haushalt Zugriff auf einen DSL-Anschluss. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen.

07.11.2005, 15:41 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Immer mehr Deutsche kommen auf den Geschmack, die virtuellen Weiten des Internet mit einem schnellen DSL-Anschluss zu erforschen. Nach einer neuen Berechnung des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), werden hierzulande zum Jahresende rund 10 Millionen dieser schnellen Internetanschlüsse geschaltet sein. Das sind 50 Prozent mehr als noch Ende 2004.
DSL-Anschluss zählt
"Ein Ende des DSL-Booms ist nicht absehbar", sagt BITKOM-Präsident Willi Berchtold. Schon heute hat jeder vierte Haushalt Zugriff auf einen DSL-Anschluss. Ende 2006 sollen nach Berechnungen des Verbandes sogar 13 Millionen DSL-Anschlüsse geschaltet sein. Das entspräche einem weiteren Wachstum von 30 Prozent.
"Die Verbraucher profitieren derzeit doppelt von dem starken Wettbewerb in diesem Markt: Zum einen sind die Preise stark gesunken, zum anderen die verfügbaren Bandbreiten schnell gestiegen", sagt Berchtold. Als DSL vor rund fünf Jahren in Deutschland eingeführt wurde, konnten die Nutzer pro Sekunde eine Datenmenge von maximal 768 Kilobit herunterladen. Mittlerweile sind Übertragungsraten bis zu 6 Megabit pro Sekunde, teilweise gar zwischen 12 und 25 Megabit pro Sekunde verfügbar. "Diese Geschwindigkeiten ermöglichen eine komfortable Nutzung von neuen Anwendungen wie Video-on-Demand oder IP-TV – also Fernsehen über das Internet – und erhöhen die Attraktivität von DSL enorm", so Berchtold.
Viele Nutzer haben in diesem Jahr ihre älteren, langsameren DSL-Zugänge auf die neuen, schnelleren Angebote umgestellt. Zudem ersetzen sie die bislang meistens genutzten Zeit- oder Volumentarife, die auf einer bestimmten Nutzungsdauer oder Datenmenge basieren, zunehmend durch Flatrates.
Mehr Wettbewerb durch neue Technologien
Einen weiteren Schub für Breitband-Zugänge erwartet Berchtold durch neue Funktechnologien wie UMTS oder WiMAX: Diese drahtlosen Technologien ermöglichen schnelle Internet-Zugänge auch in den Regionen, in denen DSL aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen bislang nicht angeboten werden konnte. Die UMTS-Betreiber haben bereits Angebote für den schnellen Internetzugang geschnürt. Und im Dezember startet die Bundesnetzagentur das Vergabeverfahren der Funkfrequenzen für WiMAX, in einigen Monaten soll es die ersten Angebote für die Nutzer geben. Zudem investieren die deutschen Kabelnetzbetreiber verstärkt in den Ausbau ihrer Netze, so dass sie Fernsehen, Internet und Telefonie aus einer Hand – das so genannte Triple Play – anbieten können. "Diese neuen Entwicklungen werden dem deutschen Breitband-Markt einen zusätzlichen Schub geben", sagt Berchtold.

(Hayo Lücke)

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