Bundeskartellamt will prüfen

Droht ein Scheitern der Unitymedia-Übernahme durch Vodafone?

Eigentlich soll die Europäische Kommission den Milliarden-Deal von Vodafone und Liberty Global prüfen. Dieser sieht unter anderem die Übernahme von Unitymedia vor. Doch das Bundeskartellamt will die Fusionsprüfung nach Deutschland holen. In dem Fall seien hohe Auflagen oder sogar ein Verbot der Übernahme denkbar.

Jörg Schamberg, 07.08.2018, 12:28 Uhr
Unitymedia Hauptsitz KölnDie Übernahme von Unitymedia steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung der zuständigen Wettbewerbswächter.© Unitymedia GmbH

Berlin/Frankfurt - Im Mai hatte der Vodafone-Konzern sich mit der Unitymedia-Mutter Liberty Global zum Preis von 18,4 Milliarden Euro auf eine Übernahme unter anderem des deutschen Kabelnetzbetreibers Unitymedia (www.unitymedia.de Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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) sowie weiterer Kabelanbieter in der Tschechischen Republik, Ungarn und Rumänien geeinigt. Der Kaufvertrag ist bereits unterschrieben, die Genehmigung durch die zuständigen Behörden steht jedoch noch aus – eine finale Entscheidung wird bis Mitte 2019 erwartet. Doch dieser Entscheidungsprozess könnte eventuell anders laufen als von Vodafone angedacht. Wie golem.de mit Bezug auf einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)" meldet, wollen sowohl das Bundeskartellamt als auch das Bundeswirtschaftsministerium die Prüfung des Milliardendeals von Brüssel nach Deutschland ziehen.

Hohe Auflagen oder Übernahmeverbot bei Prüfung in Deutschland?

Eigentlich müssen die europäischen Wettbewerbshüter in Brüssel den Kauf von Unitymedia durch Vodafone unter die Lupe nehmen, da dieser Teil eines mehrere europäische Länder betreffenden Übernahme-Deals ist. "In Absprache mit dem Bundeswirtschaftsministerium prüfen wir derzeit einen Antrag auf Rückverweisung nach Bonn", hatte Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt jetzt gegenüber der"FAZ" erklärt.

Würde die Fusionsprüfung nach Deutschland überwiesen, so seien die Verhängung von hohen Auflagen möglich – oder gar ein Verbot der Übernahme. Ohnehin stehe das Ergebnis der Überprüfung laut Bundeskartellamt noch lange nicht fest und sei offen. Mundt warnte vor "voreiligen Schlüssen". Denn es gibt in Deutschland Bedenken gegen das Zusammengehen der beiden Kabelnetzbetreiber. Vodafone kann durch die Übernahme von Unitymedia erstmals bundesweit Internet, Telefonie und TV per Kabelnetz anbieten. Bislang ist Vodafone in 13 Bundesländern aktiv, Unitymedia dagegen ist in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg präsent.

Wettbewerbsbehinderungen im TV-Bereich durch Unitymedia-Übernahme?

Mögliche Gründe für ein Übernahmeverbot oder für hohe Auflagen sind unter anderem befürchtete Wettbewerbsbehinderungen bei der Einspeisung von TV-Sendern. Ein fusionierter Kabelnetzbetreiber hätte gegenüber den Fernsehanstalten eine größere Marktmacht. Auch die Position von Vodafone gegenüber der Wohnungswirtschaft bei der TV-Versorgung von Mietshäusern steht zur Diskussion. Die Deutsche Telekom spricht sich energisch gegen ein Zusammengehen von Vodafone und Unitymedia aus. Wird die Übernahme genehmigt, entsteht ein starker bundesweiter Konkurrent der Telekom mit eigener Infrastruktur in allen Bundesländern.

Vodafone rechnet mit grünem Licht für den Deal. So verspricht Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter Gigabit-Speed für zwei Drittel aller Deutschen bis 2022. Dabei sind die Unitymedia-Anschlüsse bereits mitberücksichtigt.

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