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Drillisch stellt freenet-Fusion in Frage

Auch die DZ Bank sieht in der Fusion keine Vorteile mehr und empfiehlt mobilcom den Verkauf der Internettochter.

20.11.2006, 09:28 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Lange hat mobilcom für eine Integration der eigenen Internet-Tochter freenet.de gekämpft, scheiterte aber an Klagen von Aktionären. Zuletzt hatten Gerichte den Weg für eine Fusion frei gemacht, jetzt stellt sich aber ein noch größeres Hindernis in den Weg. Drillisch, seit wenigen Wochen mit über zehn Prozent an mobilcom beteiligt, erwägt die freenet-Eingliederung zu stoppen.
Macht's noch Sinn?
"Wir haben dem mobilcom-Vorstand eine ganze Reihe von Fragen gestellt. Bleiben diese unbeantwortet, erwägt Drillisch eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen", sagt Paschalis Choulidis, Vorstandssprecher von Drillisch gegenüber dem "Handelsblatt". Zu den offenen Fragen gehöre insbesondere ob die geplante Verschmelzung zwischen mobilcom und freenet.de weiter verfolgt werden sollte. "Dabei werden wir auch zu diskutieren haben, ob die Fusion von mobilcom und freenet aus Aktionärssicht noch sinnvoll ist", sagt der Drillisch-Chef.
Durch den Drillisch-Vorstoß droht großer Ärger mit mobilcom-Chef Eckhard Spoerr. Der verfolgt nämlich eine komplett andere Strategie. Er will mobilcom und freenet fusionieren und aus beiden Unternehmen einen neuen Komplettanbieter für Mobilfunk, Internet und Festnetz schmieden. "Drillisch und wir haben eine diametral unterschiedliche Meinung zur Entwicklung unseres Marktes und auch zur Strategie unserer Unternehmen", sagte eine freenet-Sprecherin der Zeitung.
DZ Bank stärkt Drillisch
Weiter heißt es, dass auch eine neue Studie der DZ Bank ergeben habe, die Fusion zwischen mobilcom und freenet zu stoppen. freenet habe nur geringe Chancen, sich auf dem Breitbandmarkt durch organisches Wachstum oder Zukäufe eine Marktposition zu erarbeiten. Vor einigen Wochen war eine Übernahme des Deutschland-Geschäfts von AOL gescheitert. Sollte die Fusion mit freenet abgebrochen werden, plädiert ein DZ-Bank-Analyst für einen Verkauf von freenet. United Internet und Versatel kämen als Käufer in Frage.

(Hayo Lücke)

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