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Drillisch gewinnt Machtkampf bei freenet

Beim Mobilfunkanbieter freenet hat eine Kampfabstimmung den Streit um die künftige Zusammenstellung des Aufsichtsrates entschieden. Der Großaktionär Drillisch konnte sich dabei durchsetzen.

10.05.2012, 10:31 Uhr (Quelle: DPA)
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Beim Mobilfunkanbieter freenet hat eine Kampfabstimmung den Streit um die künftige Zusammenstellung des Aufsichtsrates entschieden. Der Großaktionär Drillisch konnte sich dabei durchsetzen. Wie das im TecDax notierte Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag mitteilte, wurden auf der Hauptversammlung Hartmut Schenk, Thorsten Kraemer, Helmut Thoma, Marc Tüngler, Robert Weidinger, und Achim Weiss für die Aktionärsseite in den Aufsichtsrat gewählt.

Drillisch setzt sich durch

Einschließlich der Arbeitnehmervertreter hat das Gremium zwölf Mitglieder. Der von Drillisch favorisierte Schenk ist zudem ab sofort Vorsitzender des Aufsichtsrats. Bereits im Vorfeld hatte es Gerüchte darüber gegeben, dass Drillisch den freenet-Aufsichtsrat mit seinen Gefolgsleuten besetzen wolle.

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Maarten Henderson hatte hingegen sechs eigene Kandidaten für die direkt nach der Hauptversammlung beginnende Wahlperiode vorgeschlagen. Neben sich selbst, stellte er die bisherigen Mitglieder Achim Weiss und Arnold Bahlmann auf sowie Maximilian Ardelt, Boris Maurer und Axel Rückert. Diese sechs Kandidaten hatten eines gemeinsam: sie besaßen keine Verbindungen zum Großaktionär Drillisch, der zuletzt 22 Prozent an freenet hielt. Da Drillisch sich bei der Hauptversammlung nun durchgesetzt hat, dürfte die bisherige freenet-Führung ebenfalls keine große Zukunft mehr haben.

Die Drillisch-Beteiligung an freenet stammt aus einem gescheiterten Übernahmeversuch. Im Jahr 2007 wollte Drillisch freenet gemeinsam mit 1&1-Mutterkonzern United Internet übernehmen und dann aufspalten. Während Drillisch plante, die Mobilfunksparte zu übernehmen, hatte United Internet ein Auge auf das DSL-Geschäft geworfen. Das Vorhaben scheiterte jedoch.

(Christian Wolf)

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