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Dreistigkeit gewinnt: "Heiße Ware" günstig im Web

Da traut selbst ein Internet-Sicherheitsexperte seinen Augen kaum: In den PandaLabs wurde ein Online-Shop entdeckt, der ganz offen "heiße Ware" zum Schnäppchenpreis bietet.

30.06.2007, 13:31 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

"Wir haben uns ja schon oft über die Freizügigkeit gewundert, mit der Cyberschwindler sich im Internet darstellen, aber ich muss zugeben, dass sogar ich manchmal überrascht bin" – so leitet Antivirenexperte Luis Corrons seinen aktuellen Blog-Eintrag für PandaLabs ein. Und seine Überraschung ist durchaus nachvollziehbar: Die Sicherheitsexperten sind im Netz über einen Online-Shop gestolpert, der ganz offen "heiße Ware", wie Notebooks, PDAs und Handys, zu einem Schnäppchenpreis bietet, der 20 bis 30 Prozent unter dem eigentlichen Warenwert liegt.
Schwindel kurz erklärt
So viel Offenherzigkeit hatte man in den PandaLabs nicht erwartet. Denn auf der russischen Website schildern die Cyberkriminellen in ihren FAQ genau, wie die günstigen Angebote zustande kommen. Dort heißt es: "Wir kaufen in westeuropäischen Internet-Shops mit gestohlenen Kreditkartendaten die Produkte ein und lassen sie nach Russland liefern. Unsere Kunden gehen kein Risiko ein, wenn sie bei uns kaufen." Die Sicherheitsexperten der PandaLabs gehen davon aus, dass mit solchen Methoden Geld gewaschen wird, das über Phishing-Raubzüge erbeutet wurde. Der offene Umgang mit gestohlenen Bankkundendaten und illegalen Geschäftsmethoden sei nicht nur irritierend, heißt es in der Unternehmensmeldung, er zeige gleichzeitig auch, wie schwierig es sei, die Website-Betreiber strafrechtlich zu verfolgen.
Provisionen für Mittäter
Dabei gehen die Cyberkriminellen noch einen Schritt weiter: Sie haben sogar einen Website-Bereich für "Partner" eingerichtet, über den Nutzer einen Code erhalten können, den sie auf ihrer eigenen Seite einbauen können. An Bestellungen, die über diesen Link eingehen, soll der Nutzer dann zu 25 Prozent beteiligt werden. Was nicht in den FAQ steht: Wer auf ein solches Angebot eingeht, macht sich strafbar und zwar auch, wenn er die gestohlenen Waren erwirbt. Will man also nicht zum Mittäter werden, sollte man lieber die Finger von derartigen Schnäppchen lassen. Zumal sich jeder Käufer bewusst sein sollte, dass auch seine Kreditkartendaten beim Kauf in zwielichtigen Online-Shops nicht gut platziert seien, warnen die Experten von PandaLabs.

(Aleksandra Leon)

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