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Drei, zwei, eins - die "heiße Ware" ist meins

Die NRW-Justizbehörden haben eine neue Online-Auktionsplattform eröffnet. Dort werden Gegenstände versteigert, die bei strafrechtlichen Ermittlungen beschlagnahmt wurden.

21.09.2006, 11:01 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Eine neuwertige Rolex-Herrenarmbanduhr für 855 Euro, ein Ring mit einer Perle und einem Diamanten für 41,50 Euro, einen Nintendo Gamecube für 35,50 Euro, ein TFT-Monitor für 161 Euro. Hier handelt es sich nicht etwa um Gebote beim größten Online-Auktionshaus eBay, sondern um "heiße Ware", die legal im Internet ersteigert werden kann.
Heiße Ware legal im Netz
Das Landesjustizministerium Nordrhein-Westfalen hat aktuell ein eigenes Auktionsportal im Internet gestartet. Hier können gelegentlich noch echte Schnäppchen gemacht werden - vorausgesetzt es stört den Bieter nicht, woher die Waren stammen. Unter der Adresse www.justiz-auktion.de können Interessierte vor allem Wertgegenstände ersteigern, die bei strafrechtlichen Ermittlungen beschlagnahmt wurden.
Darunter fallen etwa Fundsachen oder auch gestohlene Gegenstände, deren ursprünglicher Besitzer nicht mehr ermittelt werden kann. Auch die ein oder andere Jeanshose oder Jacke wechselt hier ihren Träger. Der Staatskasse kann dies nur gut tun, denn dort landen die Erlöse der Auktionen letztendlich. Anbieter der Auktionen auf der neuen Plattform ist ausschließlich die Justiz mit ihren Gerichten, Staatsanwaltschaften und Vollstreckungsorganen, wie es in der offiziellen Pressemitteilung heißt.
Vorbild "eBay"
Als erste Anbieter beteiligen sich die Staatanwaltschaften Köln, Düsseldorf, Bielefeld und Hagen. Das Angebot soll nach eigenen Angaben Schritt für Schritt weiter ausgebaut werden und weitere Anbieter sollen folgen. Die Anmeldung ist kostenlos, mitbieten kann jeder, der über 18 Jahre alt ist. Wie bei "eBay" können Bieter hier ihre favorisierten Artikel beobachten und erhalten eine Zusammenfassung ihrer Käufe im Mitgliederbereich. Der Einstieg ist einfach, wer schon einmal über "eBay" Gegenstände ersteigert hat, dürfte auch schnell mit der neuen Auktionsplattform der Justizbehörden zurecht kommen.

(Denise Bergfeld)

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