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Drei Jurastudenten nach Internetabzocke verurteilt

Die angehenden Juristen hatten ahnungslosen Internetsurfern Aboverträge untergeschoben und so über 130.000 Euro ergaunert. Das Landgericht Göttingen verurteilte die Studenten zu Haftstrafen auf Bewährung.

17.08.2009, 18:01 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Das Internet ist immer wieder auch Tatort von Kriminellen, die versuchen, ahnungslosen Internetnutzern Aboverträge unterzuschieben. Regelmäßig warnen die Verbraucherzentralen vor Internetabzockern. Drei 25 und 26 Jahre alte Jurastudenten aus Göttingen und Hamburg nutzten eine schon eingängig bekannte Abzockmethode für ihre eigenen Zwecke. Die dreisten Nachwuchsjuristen sollen sich laut einem Bericht der "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) über 130.000 Euro ergaunert haben. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Göttingen verurteilte die Internetabzocker zu Freiheitsstrafen auf Bewährung.
27.000 Rechnungen verschickt
Das Gericht hatte den Studenten gemeinschaftlichen, gewerblichen Betrug in 986 vollendeten und 196 versuchten Fällen vorgeworfen. Mittels einer Datenbank mit Adressen von über 600.000 Bürgern aus dem deutschen Sprachgebiet versandten die angehenden Juristen E-Mails, in denen die Empfänger auf günstige Einkaufsmöglichkeiten aufmerksam gemacht wurden. Über einen Link sollten die Internetnutzer unter der Domain fabrik-einkauf.com eine Liste mit besonders günstigen Fabrikeinkäufen vorfinden. Doch nach Weiterleitung über eine sogenannte Sprungbrettseite klickten etliche der neugierigen Internetsurfer auf einen Button, der automatisch zu einem Anmeldeformular weiterleitete. Erst beim Herunterscrollen der Webseite war in kleiner Schrift ein versteckter Hinweis zu sehen, dass durch die Anmeldung einmalig Kosten in Höhe von 86 Euro anfallen. Nach Angaben der "HNA" sollen die drei Studenten insgesamt 27.000 Rechnungen verschickt haben.
Haftstrafen auf Bewährung
Das Landgericht Göttingen hat die beiden 26 Jahre alten Haupttäter nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa wegen gewerbsmäßigen Betruges zu 18 und 15 Monate Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Der 25-jährige erhielt eine Strafe von sechs Monaten auf Bewährung wegen Beihilfe. Die drei Studenten hatten ihre trickreiche Abzockmethode vor Gericht gestanden. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das Urteil als bundesweit bislang beispiellos.

(Jörg Schamberg)

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