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Drei Fragen an: Zattoo-Chef Beat Knecht

Droht eine Abschaltung der öffentlich-rechtlichen Sender bei der beliebten TV-Software? Warum werden RTL und SAT.1 noch immer nicht übertragen? Fragen, auf die uns Zattoo-Chef Beat Knecht im Rahmen unserer neuen Serie Antworten lieferte.

30.09.2009, 08:01 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com
Fernsehen über das Internet. Dank des kostenlos nutzbaren Web-TV-Dienstes Zattoo ist das kein Wunschtraum mehr. Neben Fun-Sendern wie "Red Bull TV" oder Entertainment-Kanälen wie dem DSF streamt das Schweizer Startup alle öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF rund um die Uhr ins World Wide Web - auf Basis der Peer2Peer-Technologie. Wahlweise steht für die Nutzung eine Software oder ein internetbasierter Browser-Player unter www.zattoo.de zur Verfügung. Das Angebot ist in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und Spanien aktiv. Im Rahmen unserer neuen Reihe "Drei Fragen an:" stand Zattoo-Chef Beat Knecht unserer Redaktion Rede und Antwort.
onlinekosten.de: Herr Knecht, vor rund zwei Jahren ist Zattoo in Deutschland mit seinem Internet-Fernsehen durchgestartet. Das Interesse ist insbesondere seit Einspeisung der ARD- und ZDF-Programme beachtlich. Offiziell sind die Verträge mit den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten allerdings ausgelaufen. Droht kurz- oder mittelfristig eine Abschaltung der Programme?
Beat Knecht: "Das wär's ja noch! Wir tun alles, um die Anforderungen der öffentlich-rechtlichen Sender umzusetzen. Beispielsweise haben wir aufwendige technische Anpassungen gemacht, um Radio-Programme einzuspeisen. Eine neue Anforderung ist jetzt, dass wir in einem Streit um fünf Filme mit Hollywood die Rechte klären. Diese Rechte bezahlen wir schon, einfach über die in der Kabelweiterleitung üblichen drei Ecken, und Hollywood möchte stattdessen eine kleine Direktzahlung. Wir werden hier sicher eine Lösung finden können."
onlinekosten.de: In diesem Zusammenhang wurden unter anderem MTV, VIVA und Comedy Central aus dem Programm-Angebot verbannt. Gibt es eine Chance auf ein Comeback.
Knecht: "Aus unser Sicht schon. Wir müssen dazu zwei Probleme lösen: Die Rechte final klären; und die illegale Verbreitung über Youtube wirksam eindämmen. Wir haben nichts gegen Youtube, aber wir bezahlen Künstler und MTV für alle Rechte, und Youtube nicht. Unser Meinung nach ist der Wert der Kanäle durch diese fast lückenlose Wiedergabe des Inhaltes auf Youtube substantiell verändert: sie finden jedes Musik-Video auf Youtube; gleichsam alle Episoden der MTV-Eigen-Produktionen. Diese Feststellung stammt übrigens von Viacom, der Mutter von MTV selber und ist Teil einer Klage von Viacom gegen Youtube, die immer noch anhängig ist. Was der Klage nicht gerade hilft, ist dass diese Inhalte bisweilen selber von MTV-Mitarbeitern auf Youtube hochgeladen werden, wie Google kürzlich bewiesen hat."
onlinekosten.de: Zuletzt wurde unter anderem der Lifestyle- und Fun-Sender "Red Bull TV" neu in das Programm-Angebot aufgenommen. Deutsche Zattoo-Fans warten aber noch immer vergeblich auf eine Einspeisung von Sendern der RTL- und ProSieben-Sat.1-Gruppe. Auch der Ruf nach "Eurosport" fällt immer wieder. Gestatten Sie uns einen Blick in die Verhandlungen: woran scheitert eine Einigung bisher?
Knecht: "Wir zahlen halt nicht jeden Preis."

(Hayo Lücke)

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