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Drei Fragen an: Das Musik-Urgestein Napster

Napster musiziert mittlerweile auch auf dem iPhone, iPad und iPod - mit Erfolg. Wir haben Thorsten Schliesche, Geschäftsführer von Napster Deutschland, zu den aktuellen Umstrukturierungen der Streaming-Flatrates befragt.

Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Was im Bereich Filme und Serien noch unter Wunschdenken verbucht werden muss, gibt es für Musik bereits: legale Content-Flatrates. Ein Anbieter, der schon seit Jahren in diesem Geschäft aktiv ist, ist die ehemalige Tauschbörse Napster. Aufgeteilt in zwei verschiedene Zugangsmodelle – für den PC oder mobil – bietet die Plattform Millionen von Songs via Streaming an. Im Juni hat Napster die Flatratetypen ohne großes Aufsehen runderneuert und versorgt innerhalb der mobilen Flat nun nicht mehr ausschließlich MP3-Player, sondern nimmt mit Apps auch Kurs auf die Apple-Geräte iPhone, iPad und iPod touch sowie Android-Smartphones. Wir haben Thorsten Schliesche, Geschäftsführer von Napster Deutschland, zu den aktuellen Neuerungen befragt.

onlinekosten.de:

Mit der Umstrukturierung hat Napster sein Musikangebot auf 15 Millionen Songs ausgebaut, die Preise gesenkt und Apps gestartet. Auf den Zugang mit dem Smartphone haben viele Nutzer gewartet. Wie kommen die Neuerungen und insbesondere die Apps bei den Kunden an?

Thorsten Schliesche: "Wir haben unseren Musikkatalog sogar noch weiter ausgebaut, aktuell sind 17 Millionen Titel verfügbar. Die App kommt sehr gut an, wir sind ausgesprochen zufrieden mit der Entwicklung. Vor Allem aus der iPhone Community erhalten wir positives Feedback, die die Napster–Flatrate bislang gar nicht nutzen konnte. Aber auch bei den Bestandskunden stoßen wir auf positive Resonanz, die uns bestätigt, dass die Entscheidung zu einer Modernisierung unseres Musik-Services richtig war."

onlinekosten.de: Laut einer aktuellen Studie von media control ist Napster unter den Top 3 der beliebtesten kostenpflichtigen Streaming-Anbieter. Was hat Napster dazu bewogen, die beiden Flatrates inhaltlich zu überarbeiten? Die neuen Flatrate-Modelle ähneln mit ihrem Fokus auf Streaming und Apps dem Angebot von simfy. Ein Download von Titeln auf den PC für eine Offline-Nutzung ist nun nicht mehr vorgesehen – es sei denn, die Musik wird im MP3-Format gekauft. Warum wurde diese Möglichkeit gestrichen?

Thorsten Schliesche: "Mit der Überarbeitung haben wir zum einen auf den Wunsch vieler Konsumenten reagiert, Napster auch auf Apple iOS- und Android-basierten Endgeräten nutzen zu können. Außerdem ist der Smartphone-Markt extrem wachstumsstark, während der Absatz von MP3-Playern stagniert. Experten gehen davon aus, dass sich in Zukunft aufgrund des steigenden Wettbewerbs und den damit verbundenen sinkenden Preisen Smartphones weiter verbreiten und MP3-Player nach und nach verdrängen werden, da diese mobilen Endgeräte auf die reine Audio- und Video-Nutzung beschränkt sind, während Smartphones multifunktional sind."

Napster: Kunden nutzten DRM-Downloads immer seltener

"Des Weiteren gerieten DRM-Files immer mehr in die Kritik – ganz unabhängig von Napster – und wurden als nicht mehr zeitgemäß bewertet, diesen Trend konnten auch wir bei der Analyse des Nutzerverhaltens der Napster-Community beobachten. Die Zahl der tethered Downloads auf unserem Portal ist stark rückläufig. Um den Usern die Möglichkeit zu geben, Musikstücke herunterzuladen und ohne Kopierschutz nutzen zu können, bieten wir unseren gesamten Musikkatalog im MP3-Format an und konnten während der vergangenen 11 Monate seit der Bereitstellung von MP3s beobachten, dass die User immer weniger Titel offline speichern und statt dessen ihre Lieblingstitel als MP3-Files kaufen. Für uns war ganz klar, dass wir einen marktgerechten und zukunftsfähigen Service anbieten wollen, so dass wir uns zu einer Überarbeitung entschlossen haben. In Sachen Bereitstellung ist der Fokus ganz klar auf die App und Streaming gerichtet, jedoch differenziert sich unser Service in einigen Punkten von simfy:

  • Napster bietet vielfältigere Nutzungsmöglichkeiten auf verschiedenen Geräten (Napster können Sie auf PC, Mac, iOS/Android-basierten Geräten und zahlreichen Home Entertainment Systemen von Anbietern wie Loewe, Logitech, Philips, Raumfeld, Sonos, Yamaha und Noxon nutzen (Ohne, dass ein Computer erforderlich ist).
  • Unser Musikkatalog bietet wie erwähnt mittlerweile 17 Millionen Titel
  • Napster bietet auch Hörbücher
  • Napster betreut die Inhalte redaktionell über ein eigenes Redaktionsteam, das Playlists und Radio Channels vorprogrammiert und User mit Empfehlungen und Tipps versorgt.
  • Napster bietet Funktionen wie AUTOMIX (schlägt Titel vor, die dem individuellen Geschmack des Musik-Fans entsprechen könnten) und MoodManager bietet Usern die Möglichkeit, über eine Farbskala ihre aktuelle Laune zu definieren und sich dann das musikalische Pendant zur Emotion in Form von Songs, Playlists oder Channels empfehlen zu lassen.)"

onlinekosten.de: Abschließend würden wir für unsere Leser noch gerne wissen, ob die Bestandskunden ihr bisheriges Flatrate-Modell unbegrenzt weiterverwenden können oder ob Napster plant, die "alten" Flatrates nach einer bestimmten Zeit endgültig abzulösen.

Thorsten Schliesche: "Bestandskunden können die bisherigen Services Music Flatrate und Napster To Go weiter wie gewohnt nutzen oder auf expliziten Wunsch zu den neuen Service-Varianten wechseln. Wir beobachten aber, dass ein Großteil unserer Bestandskunden auf die neuen Modelle wechselt. Wenn die Zahl der User, die gerne noch die alten Service-Modelle nutzen wollen, weiter so stark sinkt, wird sich für uns natürlich langfristig die Frage stellen, ob wir weiterhin alle Service-Varianten anbieten."

Seit dieser Woche präsentiert sich Napster Deutschland außerdem bei Facebook und lässt Mitglieder und deren Freunde 25 Songs gratis in einem Player abspielen.

(Saskia Brintrup)

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