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Dramatischer Kundenschwund bei Vodafone

Der Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter verlor im ersten Quartal fast 1,5 Millionen Mobilfunkkunden. Auch die Zahl der DSL-Kunden ist weiter rückläufig.

21.05.2013, 09:23 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Vodafone scheint sein Vorhaben, im deutschen Mobilfunk-Segment vornehmlich auf Premium-Kunden setzen zu wollen, ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen zu wollen. Nachdem das vierte Quartal des vergangenen Jahres bereits einen Verlust von 1,21 Millionen Kunden auswies, lief es zwischen Januar und März dieses Jahres noch schlechter.

717.000 Red-Kunden

Ende März standen nur noch 32,41 Millionen Mobilfunkkunden in den Vodafone-Bilanzen und damit 1,48 Millionen weniger als drei Monate zuvor. In einer Unternehmensmitteilung heißt es, dass dies vor allem an der Ausbuchung inaktiver Prepaidkarten gelegen habe. Immerhin 717.000 Vertragskunden telefonieren über einen der neuen Red-Tarife.

Ebenfalls weiter rückläufig ist die Zahl der DSL-Kunden. Im ersten Quartal des laufenden Jahres musste Vodafone hier einen Rückgang um 71.000 auf knapp 3,21 Millionen verkraften. Mit LTE versorgt der Netzbetreiber nach eigenen Angaben bereits mehr als zwei Drittel der deutschen Fläche und ist in 160 Städten mit dem mobilen Datenturbo aktiv – wenn auch nicht immer in allen Stadtteilen.

Der Umsatz geht zurück

Finanziell konnte Vodafone das vergangene Quartal mit einem Umsatz von 2,32 Milliarden Euro abschließen. Das waren 4,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und lag neben dem scharfen Wettbewerb in Deutschland auch an den abgesenkten Terminierungsentgelten. Während der Mobilfunk-Bereich 1,65 Milliarden Euro beisteuerte (-2,8 Prozent), waren es im Festnetz 515 Millionen Euro (-5,8 Prozent). Der Datenumsatz ohne SMS und MMS kletterte um 10,6 Prozent auf 523 Millionen Euro. Rund 35 Prozent der Vodafone-Kunden nutzen bereits ein Smartphone und das mobile Internet.

Der Umsatz im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2012/2013 kletterte im Jahresvergleich um 1 Prozent auf 9,64 Milliarden Euro. Mobile Datentarife steuerten allein 2,10 Milliarden Euro bei. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sackte um 2,6 Prozent auf 3,36 Milliarden Euro ab, der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde verbesserte sich allerdings von 15,30 auf 16,30 Euro. Zwischen Januar und März lag er sogar schon bei 16,50 Euro.

Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum kündigte in einer Stellungnahme an, sich dem immer härter werdenden Wettbewerb in Deutschland stellen zu wollen. Mit signifikanten Investitionen in das Netz werde man den "Premiumanspruch beim Kunden kompromisslos unterfüttern."

(Hayo Lücke)

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