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"Dr. Google" soll Medizinern helfen

Die Suchmaschine Google soll Ärzten bei der Diagnose schwieriger Fälle helfen können, behaupten Wissenschaftler in einer neuen Studie. Behandelt künftig Dr. Google?

12.11.2006, 09:39 Uhr
Google© Google

Ein Arzt studiert jahrelang, um sich medizinisches Wissen anzueignen. Die Suchmaschine Google ist schneller, sie spuckt dieses Wissen innerhalb von Sekunden aus - in vielen Fällen sogar mit dem richtigen Ergebnis. Dies behaupten Wissenschaftler in einer neuen Studie.
Dr. Google hilft?
Google kann Medizinern so bei der Diagnose schwieriger Fälle helfen, zu diesem Schluss sind australische Wissenschafter des Princess Alexandra Hospital in der Studie gekommen, die in der Online-Ausgabe des "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde. Australische Ärzte googelten die Symptome von 26 Fällen, in 15 dieser Fälle ermöglichte die Suche im Internet die richtige Diagnose.
Die Forscher wählten für die Studie bei jedem der 26 untersuchten Fälle ein bis fünf Schlagworte aus den Krankenakten, ohne die ärztliche Diagnose zu kennen. Diese Begriffe gaben die Forscher in die Suchmaschine Google ein und wählten die drei am besten gelisteten Google-Ergebnisse aus. Die zutreffendste Google-Diagnose wurde von den Wissenschaftlern mit der Krankenakte verglichen. Mit einem überraschenden Ergebnis: Die Internetsuche stimmte in mehr als der Hälfte der Fälle mit der ärztlichen Diagnose in der Krankenakte überein. Google erkannte unter anderem die Creutzfeld-Jakob-Krankheit, die Hormonerkrankung Cushing Syndrom und die Autoimmunerkrankung Churg-Strauss Syndrom.
Mit Vorsicht zu genießen
Die Autoren der Studie schließen daraus, dass das Internet eine nützliche Hilfe sein kann. Britische Experten betonten jedoch, dass das World Wide Web kein Ersatz für Ärzte sein könne. Im Internet tummeln sich viele inhaltlich falsche Artikel und die Ergebnisse der Suchmaschine sind daher mit Vorsicht zu genießen.

(Denise Bergfeld)

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