Security

DoS-Attacken könnten das Internet lahm legen

Der VeriSign-Sicherheitschef warnt im Interview davor, dass eine erfolgreiche DoS-Attacke dafür sorgen könnte, dass beinahe das komplette Internet zusammenbricht.

29.09.2007, 09:01 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Den meisten Ottonormal-Surfern ist das US-Unternehmen VeriSign, Inc. kein Begriff. Dabei spielt es im Internet eine wesentliche Rolle: Die kalifornische Firma ist für die Verwaltung der .com-Domain zuständig, die mit derzeit fast 72 Millionen angemeldeten Adressen größte Top Level Domain der Welt – laut aktueller DENIC-Statistik. Im Interview mit dem britischen Online-Magazin ZDNet UK warnte nun VeriSign-Sicherheitschef Ken Silva davor, dass eine erfolgreiche DoS-Attacke gegen sein Unternehmen nahezu das gesamte Internet lahm legen könnte.
Monitoring wie im Space Shuttle
Was uns bereits aus Sicherheitsberichten wie denen von Panda und Symantec bekannt ist: Cyber-Kriminalität nimmt inzwischen erschreckende Ausmaße an. Sie sorgt aber nicht nur beim Anwender für Sorgenfalten, der seinen Rechner mittlerweile wie einen Hochsicherheitstrakt behandeln muss. VeriSign reagiert beispielsweise mit "Project Titan": Das Unternehmen erhöht kontinuierlich seine Bandbreiten und behält seine Systeme genauestens im Auge. "Unsere Monitoring-Systeme ähneln mittlerweile denen des Space Shuttles", so Silva gegenüber ZDNet UK.
Bekannte Pappenheimer
Dennoch hofft er, dass VeriSign geschickter in der Abwehr von schädlichem Traffic wird: "Wir können damit weitermachen, die Bandbreiten auszubauen, aber schließlich 20 Jahre später, werden wir mit diesem Wettlauf nicht weitermachen können," so Silva weiter. Das Internet als Ganzes müsse sich besser gegen DoS-Attacken wappnen. Zudem wies er darauf hin, dass zumindest einige Urheber bekannt sind: Auch wenn DoS-Attacken schwer zu verfolgen seien, gäbe es doch sehr aktive Gruppierungen in Russland, China und Rumänien, die möglicherweise sogar mit Wissen ihrer Regierung handeln, so Silva. "Es wäre schwer vorstellbar, dass derart umtriebige Gruppen von den Behörden unbemerkt blieben."

(Aleksandra Leon)

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