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Dolly Buster: Pornoindustrie macht schlapp

Die ehemalige Sexdarstellerin und heutige Unternehmerin sieht die deutsche Pornobranche in einer schweren Krise. Hauptgrund dafür seien kostenlose Internetfilmchen.

02.02.2009, 17:46 Uhr
Internet© arquiplay77 / Fotolia.com

Katja-Nora Baumberger hat vor mehr als zehn Jahren aufgehört, in Sexfilmen mitzuspielen. Aber unter dem Künstlernamen Dolly Buster wurde sie deutschlandweit bekannt und konnte ein erfolgreiches Geschäft in der Pornoindustrie aufbauen. Heute sieht sie die Branche allerdings in einer schweren Krise.
Internet macht den Markt kaputt
In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" räumt die 39-Jährige ein, dass die Geschäfte mit dem Verkauf von Porno-DVDs schlecht laufen. Zwar sei ihr Unternehmen in Deutschland Marktführer, aber vor zehn Jahren sei alles besser gewesen: "Wir haben zwölf Angestellte, mussten uns gerade von ein paar trennen. Es gibt einen Preisverfall bei DVDs. Mit dem Euro wurde alles teurer, nur Pornos nicht."
Den Namen "Dolly Buster" kannten laut Umfragen einmal 98 Prozent der Deutschen, heute würden der Unternehmerin "20 Prozent reichen, wenn die alle DVDs kaufen würden." Die Erotikbranche stecke in einer Krise, an der das Internet schuld sei: "Die Amerikaner finden es wahnsinnig toll, sich beim Sex zu filmen und die Aufnahmen kostenlos ins Netz zu stellen. Das ist für uns eine Katastrophe."
Finanzielle Hilfen für die Pornobranche
Die Krise in der Pornoindustrie thematisierte im Januar bereits Uwe Kaltenberg vom Bundesverband Erotik-Handel, in dem sich Ladengeschäfte, Großhändler und auch Porno-Produzenten zusammengeschlossen haben. Gegenüber der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" sprach er davon, dass wirtschaftliche Hilfe sinnvoll wäre. Die Branche bestehe vor allem aus kleinen und mittelständischen Betrieben, die finanzielle Hilfen gut gebrauchen könnten, etwa für Fortbildungen. Gerade die Filmproduzenten leiden laut Kaltenberg massiv unter der Konkurrenz aus dem Internet. "Der deutsche Pornofilm ist stark rückläufig", sagte er.
Anfang des Jahres hatte in den USA die dortige Erotikindustrie von der Regierung Finanzhilfen in Höhe von fünf Millionen Dollar gefordert.

(Michael Posdziech)

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