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DLD: Internet verändert auch Industrie-"Dinosaurier"

Traditionelle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen werden immer stärker vom Internet dominiert. "Die Dinosaurier müssen jetzt tanzen lernen" erklären Experten auf der 8. DLD-Konferenz in München.

23.01.2012, 16:41 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Das Internet dominiert auch immer stärker traditionelle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Darauf haben Experten und Unternehmer am Montag auf der 8. DLD-Konferenz (Digital, Life,Design) in München hingewiesen. "Die Dinosaurier müssen jetzt tanzen lernen", sagte Vijay Vaitheeswaran, Autor der britischen Wirtschaftsmagazins "The Economist".

Lebenszyklus von Produkten wird kürzer

Die digitalen Technologien veränderten den Wettbewerb wie nie zuvor. Konzerne müssten deshalb Produktentwicklung, Marketing oder die Kommunikation mit den Kunden beschleunigen, sagte Vaitheeswaran. "Bei einem Konsumgüterhersteller wie Procter&Gamble hat sich der Lebenszyklus von Produkten in den letzten Jahren halbiert."

Der Vorstandsvorsitzende der Lufthansa AG, Christoph Franz, erinnerte daran, dass seine Gesellschaft den Passagier heutzutage erst beim Betreten der Maschine zu Gesicht bekomme. Im Zeitalter von Online-Buchung und Web-Check-In seien die Kunden autonomer denn je. Franz kündigte einen weiteren Ausbau der Lufthansa-Aktivitäten in den sozialen Netzwerken an. Allerdings habe das Unternehmen entschieden, Facebook, Twitter & Co. lediglich zur Kommunikation und nicht als zusätzlicher Vertriebskanal zu nutzen.

Audi: Auto als intelligentes Netzwerk - Mehr Sprachsteuerung & Apps

Nach Einschätzung von Audi-Chef Rupert Stadler wird das Internet das Autoerlebnis der Zukunft bestimmen. Audi sehe das Auto schon heute als "intelligentes Netzwerk", den Fahrer als immer vernetzten "connected driver". Dabei gehe es um weit mehr als den Zugang zu E-Mail und Facebook-Konto oder die Navigation mit Google Maps und Google Street View.

Audi werde die Sprachsteuerung ausbauen, den Einsatz von Applikationen ("Apps") ausweiten und mit sogenannten Augmented-Reality-Angeboten unterschiedliche Service- oder Unterhaltungsangebote auf die Frontscheibe projizieren. Wichtig dabei sei mehr denn je, die Konzentrationsfähigkeit des Fahrers nicht zu gefährden und so wenig Ablenkung wie möglich zu bieten.

Siemens-Vorstandsmitglied Barbara Kux warnte allerdings angesichts der großen globalen Herausforderungen wie Überbevölkerung, Erderwärmung und Rohstoffknappheit vor der Illusion, Technologie könne alle Probleme der Menschheit in absehbarer Zeit lösen. "Wir brauchen Zeit und wir müssen unsere Grenzen akzeptieren", sagte Kux. Die Siemens AG habe das eindeutige Ziel als Weltmarktführer für grüne Technologien in diesem Prozess einen zentrale Rolle zu spielen.

(Jörg Schamberg)

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