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DISQ-Providertest 2014: Kabel Deutschland und 1&1 beste Internetanbieter

Die Würfel sind gefallen: Die alljährliche DISQ-Studie hat die Leistungen der deutschen Internet-Provider für 2014 ermittelt. Insgesamt hat sich die Leistung der 15 getesteten Anbieter verbessert. Spitzenreiter sind alte Bekannte - Überraschungen gab es diesmal bei den Schlusslichtern.

04.11.2014, 17:46 Uhr
1&1© 1&1

Schnelles Internet, günstige Preise und guter Service: Gibt es solche Anbieter in Deutschland? Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ) geht dieser Frage alljährlich auf den Grund und war auch 2014 wieder im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv unterwegs. Unter die Lupe kamen sowohl der Kundenservice als auch die Produkte von DSL-Providern und Kabelnetzbetreibern. Insgesamt wurden 15 Internetanbieter analysiert. Ergebnis: Das Angebot hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Gesamtnote lautet dieses Jahr "gut" statt "befriedigend" im Vorjahr.

Im Service waren zehn "gut" - einer "ausreichend"

Zehn Anbieter erhielten die Note "gut", vier waren befriedigend und ein weiteres Unternehmen ausreichend. Bei den Tarifen deckte die Studie große Einsparpotenziale für den Verbraucher auf: Kunden auf der Suche nach einer Doppel-Flatrate (Internet und Telefon) mit einer Internetgeschwindigkeit von 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) konnten beim günstigsten Anbieter im Vergleich zum teuersten auf zwei Jahre gerechnet gut die Hälfte sparen. Der Studie zufolge waren das immerhin 450 Euro – das reicht locker für einen Kurzurlaub. wenn hier der günstigste Anbieter gewählt wurde.

Meist betrug die Mindestvertragslaufzeit zwei komplette Jahre – ohne Aufpreis boten allerdings zwei Unternehmen auch kürzere Mindestzeiten an. Fast überall mit dabei: ein kostenloser E-Mail-Account. Ein kostenloses Antivirenprogramm und einen integrierten Kinderschutz bot jedoch nur einer der Anbieter an.

Neben den Kabelnetzbetreibern Kabel Deutschland, Unitymedia, Kabel BW und den acht bundesweit aktiven DSL-Providern Deutsche Telekom, Vodafone, 1&1, o2, congstar, Versatel, Tele2 und Easybell wurden auch die regionalen Telekommunikationsanbieter NetCologne und EWE untersucht.

Wie in den Vorjahren, machte auch 2014 wieder Anbieter Kabel Deutschland das Rennen. Der Kabelnetzbetreiber bot der Studie zufolge den besten telefonischen Service und den besten Internetauftritt mit den meisten benutzerfreundlich aufbereiteten Informationen. Bei den Doppel-Flatrate-Tarifen bot Kabel Deutschland den besten Mix aus günstigen Preisen und Produktausstattung. Zudem gehörte das Unternehmen bei den reinen Internet-Pauschaltarifen zu den besten Drei.

Auf Rang zwei platzierte sich 1&1 mit guten Leistungen in allen Service-Bereichen. Bei einer Bandbreite von 16 Mbit punktete der Anbieter mit besonders günstigen Tarifen. Auf dem dritten Platz folgte der Berliner Anbieter Easybell, der besonders bei den Produkten mit 50 Mbit/s die Nase vorn hatte. Im Service profilierte sich Easybell durch die beste E-Mail-Bearbeitung. Der in Nordrhein-Westfalen und Hessen aktive Kabelnetzbetreiber Unitymedia hingegen musste Federn lassen und kam nicht mehr wie im Vorjahr unter die Top 3. Die Schlusslichter der Untersuchung bildeten EWE und Congstar bei der Produktanalyse. Im Service-Bereich müssen Kabel BW und o2 noch deutlich nachbessern.

Service-Mängel: Telefon-Anrufer warteten oft über eine Minute

Der Studie zufolge bot die Branche in puncto Qualität der Internetauftritte gute Serviceleistung. Dagegen schwächelte sie dort, wo kostenintensives Personal ins Spiel kommt: bei der Bearbeitung von E-Mail-Anfragen. Nur rund 60 Prozent der Antworten waren vollständig, strukturiert und gingen individuell auf die Fragen der Verbraucher ein. Ähnlich sieht es im Telefon-Service aus: Anrufer mussten durchschnittlich über eine Minute warten, bis sie einen Berater an die Strippe bekamen. Die Messlatte liegt bei 20 Sekunden.

Der Service wurde anhand von jeweils zehn verdeckten Telefon- und E-Mail-Tests ermittelt. Die Produkte wurden in verschiedenen Internet-Geschwindigkeiten (16 Mbit/s und Highspeed-Angebote mit 50 Mbit/s) analysiert. Zwei Kundengruppen wurden simuliert: Ein Teil der Testverbraucher benötigte einen Internet-Pauschaltarif, ein anderer Teil fragte eine Doppel-Flatrate für Internet und Telefon an. Da Tele2 und Versatel zum Zeitpunkt der Erhebung keine Tarife mit einer Bandbreite von 50 Mbit/s oder mehr anboten, konnten sie im Ergebnis nicht berücksichtigt werden.

(Dorothee Monreal)

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