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Disney+, Netflix, Prime Video & Co: Streaming-Markt im Wandel

Immer mehr Streaming-Dienste sind in Deutschland verfügbar, viele Inhalte lassen sich streamen. Und mit Disney+ steht ein neuer US-Gigant vor dem Start. Welche Auswirkungen wird das auf den deutschen Streaming-Markt haben?

Jörg Schamberg, 04.03.2020, 09:57 Uhr (Quelle: DPA)
Streaming© William Iven / unsplash.com

Eröffnungs- oder Starttermine verschieben sich häufig mal nach hinten. Daran ist man gewöhnt. Bei Walt Disney ist es nun umgekehrt: Eigentlich sollte der kostenpflichtige Streamingdienst Disney+ in Deutschland erst Ende März starten. Doch der Entertainment-Gigant aus den USA zieht den Beginn um eine Woche auf den 24. März vor. Dass es Disney sehr ernst meint, zeigt sich auch an einem Kampfpreisangebot für "Frühbucher" noch vor dem Start. Es geht um viel in der Branche.

Streaming-Boom in Deutschland

Streaming - also das Abrufen von TV- und Videoinhalten von Internet-Plattformen, ohne sie dabei herunterladen zu müssen - boomt in Deutschland wie in vielen anderen Ländern auch. Man spricht auch von Video on Demand - kurz VoD. Ein Dschungel aus Serien, Filmen und Exklusiv-Inhalten ist entstanden - quasi überall und jederzeit verfügbar. Zeiten, in denen es nur das fortlaufende Fernsehprogramm gab und das Wohnzimmer der Hort des TV-Lagerfeuers war - gefühlt ist das schon ganz lange her.

Die AGF Videoforschung, die zu Bewegtbild Nutzerdaten in Deutschland erhebt, zeichnet diese Entwicklung anhand eigener Befragungen nach: Während im ersten Halbjahr 2015 noch 7 Prozent angaben, in den vergangenen drei Monaten ein kostenpflichtiges VoD-Angebot genutzt zu haben, waren es im zweiten Halbjahr 2019 bereits 32 Prozent.

Disney+ gewinnt mehr Abonnenten als erwartet

Disney+ LogoDisney+ startet in Deutschland am 24. März 2020.© Walt Disney

Disney+ startete in den USA, Kanada und den Niederlanden schon im November und gewann dort bis Jahresende 26,5 Millionen Abonnenten - deutlich mehr als erwartet. Hierzulande wartet schon eine Reihe von Konkurrenten. US-Schwergewichte wie Netflix und Amazon sind seit Jahren da, im vergangenen Herbst kam AppleTV+ hinzu.

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Private wie öffentlich-rechtliche TV-Sender, darunter RTL, ProSiebenSat.1, die ARD-Programme und das ZDF, mischen beim Streaming mit Mediatheken mit. Ebenso Bezahlsender wie Sky und Video-Anbieter, die Nischen bedienen. Und es gibt Plattformen wie zum Beispiel Magenta TV, die verschiedene Angebote bündeln. Die Geschäftsmodelle im Streamingmarkt sind ganz unterschiedlich: Die einen setzen auf werbefinanziert und zugleich kostenlos für den Nutzer, andere zielen auf Abos. Es gibt auch Mischformen.

Streaming hat in Deutschland noch viel Potential nach oben

Joyn LogoDer 2019 gestartete deutsche Streaming-Plattform Joyn gewinnt viele Nutzer.© obs/Joyn

Fragt man Anbieter, Experten auf Verbandsebene oder Beratungsunternehmen, wie groß der Markt werden wird, lautet der allgemeine Tenor: Er ist noch lange nicht ausgeschöpft. Bei der Plattform Joyn von ProSiebenSat.1 etwa heißt es: "Streaming hat derzeit etwas mehr als die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland erreicht. Das bedeutet, es gibt noch Potenzial nach oben, der Kuchen wird größer werden."

Erfolgreicher Start von Joyn

Joyn ist noch jung - im Juni 2019 ging die Plattform, über die Dutzende TV-Sender live, VoD-Angebote und auch Mediatheken abgerufen werden können, an den Start. Im November folgte ein Premium-Bereich (Joyn Plus+). Wie agil der Markt momentan ist, zeigt sich an diesem Beispiel: Im Dezember 2019 verzeichnete Joyn nach Unternehmensangaben 39 Prozent mehr User als im Vormonat.

Videostreaming-Dienste auf dem Vormarsch

Videostreaming

In Deutschland haben Nutzer die Wahl zwischen etlichen Videostreaming-Diensten. Auf dem Markt mischen unter anderem Netflix, Prime Video, Sky, Joyn und weitere mehr mit. Wir stellen die wichtigsten Angebote vor.

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