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Digittrade DVB-T USB Stick im Test

Einen zukunftssicheren DVB-T Stick, der sogar für HDTV ausgerüstet ist, hat das Unternehmen Digittrade auf den Markt gebracht. Der Empfänger kommt mit der Stromversorgung am USB-Port aus und ist abwärtskompatibel bis USB 1.1.

11.07.2007, 10:34 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Dass Digitalisierung nicht zwangsläufig Bezahlfernsehen bedeuten muss, ist spätestens mit der sukzessiven Einführung des Überallfernsehens DVB-T deutlich geworden. Der analoge Antennenempfang hat ausgedient, in immer mehr Regionen kommen die TV-Programme nun in digitaler Qualität in die Wohnzimmer. Tendenz steigend. Dass Mobilität und ein einwandfreier TV-Genuss auch mit älteren Computern kein Problem ist, stellt die Mini Set-Top-Box des Herstellers Digittrade aus Holleben unter Beweis. Die Redaktion hatte die Möglichkeit, den DVB-T USB-Stick ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Dafür ging es auf nach Berlin, die Stadt mit dem bislang größten terrestrischen Programmangebot und der einzigen mit einem Radiopaket.
Schlichte Verpackung...
Der externe DVB-T Stick kommt in einer schlichten, gelben Kartonage daher. Im Lieferumfang ist neben dem im schwarzen Kunststoff gehaltenen, mit einer silbernen Verzierung versehenen Stick eine kleine Antenne, eine Mini-Fernbedienung sowie ein Adapter von Klinke auf Antenne enthalten. Obligatorisch sind das USB-Kabel, eine Treiber-CD und eine Bedienungsanleitung. Diese ist sehr kurz geraten, reicht aber vollkommen aus, um auch den wenig erfahrenen Benutzer über den Winzling umfassend zu informieren. Die Stromversorgung erfolgt komplett über den USB-Port.
Die bei den kompakten Abmessungen von 81 x 34 x 13 Millimetern doch beachtliche Breite kann bei Front-USB-Anschlüssen und Laptops zu Anschlussproblemen führen. Wie wir feststellen mussten, werden andere USB-Buchsen häufig verdeckt. Abhilfe schafft das etwa 80 Zentimeter lange USB-Kabel, das als Nebeneffekt den Radius für die Positionierung der Stabantenne deutlich erhöht. Die genaue Ausrichtung erwies sich vor allem für die schwachen Sender wie beispielsweise Kanal 59, der trotz des Standortes Alexanderplatz in weiten Teilen des Stadtgebietes nur mit erheblichem Aufwand empfangen werden kann, als sehr wichtig. Wer mag, kann mittels mitgelieferten Adapter auch eine externe Antenne mit 75-Ohm-Koaxial-Anschluss betreiben.


...starker Inhalt
Nach der Installation der Software empfiehlt sich unter den vielen verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten ein so genannter "Region Scan". Dieser konnte überzeugen und alle Programme, die in Berlin derzeit "in der Luft sind", nach knapp vier Minuten auf den Monitor zaubern. Bei allen anderen Suchvarianten wurden nicht alle Kanäle abgespeichert. Das liegt auch an unterschiedlichen Parametern und den technisch bedingten variablen Bandbreiten. Mit welchen Unterschieden das Gerät fertig werden muss, soll an einem Beispiel kurz erklärt werden. T-Systems strahlt über Kanal fünf unter Erhöhung des Fehlerschutzes (FEC) auf 3/4 insgesamt vier Programme aus, die ARD hingegen hat sich auf Kanal sieben für nur drei Programme entschieden. Dabei kommt die Standard-FEC 2/3 zum Einsatz.
Auch für USB 1.1
Bemerkenswert: Die in Conax verschlüsselten Pay-Audio Kanäle, ein Novum in der deutschen DVB-T Landschaft, werden in der Kanalliste erst gar nicht angezeigt. In Belgien oder den Niederlanden ist es hingegen üblich, TV- sowie Hörfunkprogramme auch über die digitale Hausantenne zu verschlüsseln. Bemerkenswert ist, dass auch USB 1.1-Anschlüsse, die man bei älteren Computern oder Laptops findet, den Digittrade DVB-T Stick problemlos aufnehmen können. Im direkten Vergleich an einem vier Jahre alten Rechner, der nur den langsameren USB-Anschluss besitzt, sowie einen wenige Wochen alten Dektop-PC mit USB 2.0 Anschluss gab es weder bei der Suchlauf-Geschwindigkeit, noch bei der Bild- und Tonqualität qualitative Unterschiede.
Zusätzlich zum aus der analogen Welt beliebten Teletext ist auch ein umfassender Electronic Program Guide (EPG) enthalten, der bis eine Woche im Voraus das gesamte Programm näher vorstellt. Wie weit der EPG in die Zukunft gucken kann, variiert von Sender zu Sender und hängt vom Datenmaterial ab, dass der Programmveranstalter zur Verfügung stellt. Durch die vorprogrammierbare Aufzeichnungsfunktion kann die Lieblingsserie oder der interessante Magazinbeitrag in digitaler Form gespeichert und jederzeit in DVD-Qualität wieder abgespielt werden. Über die "Record TS Data"-Funktion lassen sich auch Untertitel und Teletextinformationen mit auf das virtuelle Videoband bannen. Auch zwischen unterschiedlichen Sprachversionen, wie beispielsweise beim Kulturkanal arte, kann der Nutzer wählen.
Die Bedienung der mitgelieferten Jukebox 3.0-Software ist sehr einfach und zudem in mehreren Sprachen, darunter auch in Englisch, möglich. Schnappschüsse des aktuellen Programms können mit einem Mausklick festgehalten werden. Die Timeshift-Funktion hält die laufende Sendung auf Wunsch sekundengenau an, zeichnet aber im Hintergrund alles auf. Dies ist besonders interessant, wenn zum Beispiel während des Lieblinlingsfilms in einer spannenden Szene das Telefon klingelt. Ist das Telefonat beendet, kann auf Knopfdruck der Film an der Stelle nahtlos fortgesetzt werden. So verpasst man nichts. Sehr genügsam kommt der USB-Stick daher, wenn es um die technischen Voraussetzungen für dessen Betrieb geht.
Hardware-Voraussetzungen
Ein Intel PIII/IV/Celeron oder AMD Athlon/Duron-Prozessor mit einer Taktgeschwindigkeit von mindestens 500 Megaherz sowie 128 Megabyte Arbeitsspeicher reichen bereits aus. Es werden Windows 2000 SP4, Windows XP SP1 und SP2 sowie Winwdows Vista in der 32- und 64-Bit-Version unterstützt. Zusätzlich sollte eine DirectX 9.0-kompatible Grafikkarte mit mindestens acht Megabyte Grafikspeicher vorhanden sein. Auf der Festplatte werden etwa 100 Megabyte Speicherplatz benötigt. Ob der Rechner noch USB 1.1 oder bereits USB 2.0 unterstützt, spielt keine Rolle. Der Empfang ist mit beiden Varianten möglich. Um gerade bei älteren Systemen den Prozessor nicht zu überfordern, wird bei aktivierter Hardwarebeschleunigung die Grafikkarte mit einbezogen.
Fazit
Wer sich nicht davor scheut, am Computer oder Laptop digitales Fernsehen zu konsumieren, kann bei einer geplanten Anschaffung auch den Digittrade USB-Stick in seine Gedankenspiele einbeziehen. Er liegt mit 39,90 Euro preislich im guten Mittelfeld, kann aber durch seine vielen Features überzeugen. Wird direkt über den Online-Shop des Hersteller bestellt, fallen Versandkosten in Höhe von 6,90 Euro an.
Als Minuspunkt muss die fehlende AC3-Unterstützung genannt werden. Dafür ist der Stick im Fernsehbereich zukunftssicher. Sollte es eines Tages hochauflösende HDTV-Programme auch über DVB-T geben, ist der 58 Gramm schwere Stick dafür bestens gerüstet. Nach Hersteller-Angaben soll auch bei Geschwindigkeiten von maximal 160 Kilometer pro Stunde (km/h) ein ungetrübter TV-Genuß möglich sein.

(Stefan Hagedorn)

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