News

Digitales Kabelfernsehen findet neue Freunde

Einen satten Zuwachs für den digitalen Fernsehempfang im Kabelnetz gegeben. Innerhalb der letzten 15 Monate stieg die Zahl der digitalen TV-Gucker um 44 Prozent auf 3,3 Millionen. Neue Angebote und eine noch breitere Programmauswahl sollen das Kabelnetz künftig noch attraktiver machen.

22.05.2007, 16:08 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Während Triple Play-Angebote im Kabelnetz nach wie vor einen schweren Stand haben, ist die Begeisterung für das digitale Fernsehen aus der Kabeldose ungebrochen. Die Zahl der digitalen Kabelhaushalte stieg nach Angaben des Deutschen Kabelverbandes innerhalb der letzten 15 Monate auf 3,3 Millionen und wird damit von mehr Zuschauern genutzt als das so genannte "Überallfernsehen" DVB-T.
Kabel holt DVB-T ein
Nach Angaben des Deutschen Kabelverbandes, Kabel Deutschland, Unity Media und Kabel BW erhöhte sich die Zahl der digitalen Kabelgucker um fast eine Million auf 3,3 Million Haushalte. Das entspricht einer Steigerung von satten 44 Prozent. Der in vielen Regionen vorangetriebene Ausbau des Kabelnetzes, der Kapazitäten für neue Angebote schafft, sowie fallende Preise der zum Empfang erforderlichen Set-Top-Boxen werden als Hauptgründe für das Wachstum ausgemacht.
Einen weiteren Schub hat das digitale Kabelfernsehen durch die Simulcast-Ausstrahlung von analogen Free-TV Programmen erhalten. Die Einspeisung von zusätzlichen Programmangeboten, die ansonsten gar nicht im Kabel vertreten waren, sorgt zusätzlich für eine wachsende Popularität. Künftig wollen sich die Kabelnetzbetreiber auf einen Ausbau der Pay-TV und Video-on-Demand Angebote konzentrieren. Auch das hochauflösende Fernsehen HDTV soll eine immer größere Rolle spielen. Die Anzahl der übertragenen TV-Pogramme konnte über drei Wege erhöht werden. Zum einen durch Investionen in effizientere Übertragungstechnologien, darunter die von Kabel Deutschland eingesetzte QAM 256-Modulation. Damit können pro Kabelkanal bis zu 16 Programme übertragen werden, in der Vergangenheit waren es maximal zehn. Die Abschaltung analoger Kanäle für eine weitere digitale Nutzung bringt ebenfalls zusätzliche Kapazitäten. Zum anderen wird durch eine sukzessive Aufrüstung der Kabelanlagen von 614 MHz auf 862 MHz-Technik ein erweitertes Frequenzspektrum für die digitale Nutzung zur Verfügung gestellt. Bis Ende kommenden Jahres sollen die bundesweiten Umrüstarbeiten weitgehend abgeschlossen sein.
Mehr Macht für Kabelnetzbetreiber
Um die Frequenzressourcen optimal nutzen zu können, müsse die Entscheidung über die eingespeisten Programme verstärkt in die Hand der Kabelnetzbetreiber gelegt werden. Kabelverband-Chef Rüttger Keienburg bezeichnete es als "Verschwendung von wertvollen Ressourcen, wenn wir angelieferte Satellitenkanäle, beispielsweise der öffentlich-rechtlichen Veranstalter, eins zu eins ins Kabel einspeisen müssen, obwohl wir auf einem Kabelkanal deutlich mehr Programme in bester Qualität verbreiten können."
Zugleich forderte Kabelverband-Chef eine Unterstützung des Umstiegs von analog auf digital durch die Politik. Sie sei "aufgerufen, diese Umstellung durch entsprechende technologieneutrale Förderung zu begleiten und nicht das Entstehen digitaler Märkte durch voreilige Überregulierung zu behindern", sagte Keienburg. Eine bundesweite Informationskampagne könnte einen wesentlich Schritt bei der Aufklärungsarbeit bewirken.

(Stefan Hagedorn)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang