Security

Diese Apps verschlüsseln Ihre Handy-Kommunikation – Anonymität nicht garantiert

Anonymität im Internet lässt sich nicht wirklich erreichen. Aber einige Apps helfen, auf dem Smartphone die Daten zu verschlüsseln.

28.05.2014, 15:02 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Schnüffeln wollen viele. Geheimdienste, Unternehmen und eventuell sogar der eigene Partner, sie alle würden gerne wissen, was mit dem Smartphone so alles angestellt wurde. Wie schön wäre es da, wenn sich anonym kommunizieren ließe. Aber das lässt sich so gut wie nicht erreichen. Doch Apps helfen beim Verschlüsseln der Daten. Wir stellen einige vor.

Bewegungsprofil einfach erstellbar

Das grundsätzliche Problem: Sowohl die Gerätenummer (IMEI) als auch die SIM-Karte sind weltweit einmalig. Darüber lässt sich immer ein Bewegungsprofil erstellen – auch wenn das Handy gebraucht und die Prepaid-Karte unter falschem Namen und Anschrift gekauft wurde. Wer mit dem Smartphone einmal aufgefallen ist, kann an anderer Stelle damit wieder in Zusammenhang gebracht werden.

Diese Möglichkeit hat aber vor allem der Staat – egal ob Strafverfolgungsbehörden mit richterlichem Beschluss oder Geheimdienste ohne diesen. Vor ihm lässt sich höchstens der Inhalt verbergen – wie auch vor den neugierigen Blicken privater Unternehmen, die Daten sammeln, um daraus Profit zu schlagen. Anonymität ist wohl kaum zu erreichen, aber es lässt sich verhindern, dass die Nutzerprofile mit unnötig vielen Daten gefüttert werden. Mit etwas Aufwand lässt sich auch die wahre Identität verbergen.

Browser

Der Browser ist mittlerweile die Mutter aller Onlineverbindungen. Viele Dienste, für die es eine eigene App gibt, lassen sich auch im Browser nutzen – oder zumindest ein ähnlicher. Um die Herkunft einer Webanfrage zu verschleiern, gilt das Tor-Projekt als beste Wahl. Wer eine Website belauscht, sieht nicht, wer darauf zugreift. Wer einen Nutzer belauscht, sieht zwar den Einsatz von Tor, aber nicht den Inhalt der ausgetauschten Daten.

Tor erreicht dies, indem die Daten über mehrere Server geleitet werden. Dadurch wird die Herkunft einer Anfrage verschleiert, 100 Prozent sicher ist dies aber nicht. Und die Datenverbindung wird oft sehr langsam. Auf Smartphones mit Android lässt sich die App "Orbot" nutzen, auf einem iPhone "Onion Browser". Die Bedienung der beiden Tor-Browser unterscheidet sich nicht großartig von der anderer Browser.

E-Mail

E-Mails werden von Jüngeren immer weniger geschrieben, der Dienst ist aber so alt, dass die Verschlüsselungslösungen funktionieren – auch wenn es immer noch unhandlich ist. Die dafür eingesetzte Technik OpenPGP gilt als sicher. Auf einem Android-Smartphone verschlüsselt die App "APG" Texte und somit auch E-Mail-Nachrichten. Die Integration in die Mail-App "K-9" gelingt aber nicht immer ohne Probleme. In andere Mail-Apps muss der verschlüsselte Text sogar über die Zwischenablage kopiert werden. Für iOS gibt es die App "oPenGP Lite".

Messaging

Über WhatsApp-Alternativen, die sich verschlüsseln lassen, wird seit der NSA-Affäre immer wieder diskutiert. Aber auch bei den Messaging-Apps, die dies tun, bleibt ein Restzweifel, weil es sich um proprietäre Lösungen handelt oder Zertifizierungen fehlen. Die App "ChatSecure" setzt auf das OTR-Protokoll, das als ausgereift gilt. Auf der Gegenseite können alle Programme eingesetzt werden, die selbst OTR unterstützen. Dennoch werden andere Lösungen von den Nutzern meist vorgezogen.

(Peter Giesecke)

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