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Die volle MP3-Dröhnung im Straßenverkehr

Der mobile Musikgenuss über MP3-Player kann fatale Folgen für die Verkehrsteilnehmer haben. Der Auto Club Europa fordert jetzt ein striktes Verbot der "Dauerberieselung" und erhofft sich sinkende Unfallzahlen.

06.05.2007, 11:01 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Im Straßenverkehr sollte man nicht nur die Augen, sondern auch die Ohren offen halten. Das ist nicht nur eine geltende Vorschrift der Straßenverkehrsordnung (StVO), sondern auch eine Lebensweisheit. Oft überhören aber Verkehrsteilnehmer die Martinshörner von Polizei, Krankenwagen oder Feuerwehr. Schellende Fahrradklingeln gehen erst recht unter. Aber nicht nur die Hintergrundgeräusche in Städten und Gemeinden sind dafür verantwortlich. Der Auto Club Europa (ACE) hält vor allem Musik-Player für gefährlich.
Fußgänger und Skater betroffen
Der zu laute Musikgenuss, in erster Linie über Kopfhörer, vermindert die Wahrnehmung der Radfahrer im Straßenverkehr. Aber nicht nur Auto- und Radfahrer, auch Fußgänger, Jogger und Skater sieht der ACE in der Gefahr. Sie könnten so stark von der Musik abgelenkt werden, dass sie akustische Warnsignale anderer Verkehrsteilnehmer nicht mehr registrieren. Das führt zu einem erhöhten Unfallrisiko, meint ACE-Verkehrsrechtsexperte Volker Lemp.
Um diese Gefahr zu verringern, setzt sich die Vereinigung für ein generelles Verbot von MP3-Spielern im Straßenverkehr ein. Bemerkenswert: Vor Autoradios oder Car-HiFi-Anlagen, die auf eine deutlich höhere Lautstärke eingestellt werden können, warnt der Auto Club nicht. Wenn Handys am Steuer verboten sind, dürften MP3-Player davon nicht ausgenommen werden, meint Lemp. Die gültige StVO regelt in Paragraf 23, dass Sicht und Gehör im Verkehr nicht beeinträchtigt werden dürfen. Ein Verbot von Musikplayern sei daher nach der StVO bislang nicht klar geregelt, sondern bestenfalls Auslegungssache.
Zehn Euro Bußgeld gefordert
Laut ACE müssten dann Radfahrer, die mit Musik aus einem MP3-Player im Ohr ertappt werden, ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro bezahlen. Fußgänger würden mit einer Strafe von fünf Euro belastet. Mit Blick auf die sprunghaft steigende Verbreitung von MP3-Playern und Handys, die Musik abspielen oder über ein integriertes Radio verfügen, würde eine strikte Durchsetzung dieser "juristischen Spitzfindigkeit" nebenbei einen kleinen Geldsegen für die klammen Staatskassen bringen.

(Stefan Hagedorn)

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