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Die Digitale Dekade: Von Wikipedia bis iPhone

Nach Ansicht des Branchenverbandes BITKOM haben Internet und Handy binnen zehn Jahren radikal Gesellschaft und Wirtschaft verändert. Viele der Erfindungen wirkten bereits so vertraut, als gäbe es sie schon immer.

30.12.2009, 18:46 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Das vergangene Jahrzehnt wurde so entscheidend durch Internet und Handy geprägt, dass der Branchenverband BITKOM die Jahre 2000 bis 2009 jetzt zur "Digitalen Dekade" erklärt. Viele Dinge, die heute selbstverständlich seien, habe es vor zehn Jahren bestenfalls als Idee gegeben.
Google, Facebook, Twitter
Viele Erfindungen der letzten Jahre wirkten bereits so vertraut, als gäbe es sie schon immer: die offene Enzyklopädie Wikipedia, Foto-Handys, HDTV, iTunes und iPhone, Internet-Telefonie, Podcasts, Blogs, die Datenturbos UMTS und DSL, Online-Communitys wie Facebook, StudiVZ und Xing oder Foto- und Video-Portale wie Flickr und YouTube. Hinzu kommen noch aktuellere Überraschungen der Branche wie der Mikroblog-Dienst Twitter.
Dank BlackBerry und iPhone seien Smartphones extrem beliebt geworden und durch DSL und Flatrates habe sich die Nutzung des Internets stark beschleunigt. Die Zahl der Internet-Nutzer ist in Deutschland von 9,4 Millionen Ende 1999 bis auf 53 Millionen Ende dieses Jahres gewachsen. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Mobilfunk-Anschlüsse hierzulande von 23,5 auf 110 Millionen.
Das Internet hat zudem unseren Wortschatz verändert: von googeln bis twittern, chatten bis bloggen – vor zehn Jahren gab es diese heute geläufigen Begriffe nicht. Zum Einkauf geht man heute in den Web-Shop, Überweisungen macht man per Online-Banking, einen Brief schickt man als E-Mail. "In den ersten zehn Jahren des neuen Jahrtausends ist das Internet mobil und interaktiv geworden", resümiert BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Das sind die wichtigsten Errungenschaften, auf denen wir in den kommenden Jahren aufbauen." Zudem habe sich gezeigt, dass Internet-Nutzer nicht nur Konsumenten sein wollten. Mindestens jeder zweite Surfer veröffentliche im Web 2.0 Meinungen und Details aus seinem Leben oder habe ein Profil in einer der zahlreichen Communitys.
Internet als Kontaktpool
Inzwischen fände außerdem jeder zweite Nutzer von Foren und Communitys dort neue Freunde. Jeder sechste lerne über das Netz Geschäftspartner kennen – acht Prozent sogar ihren Lebenspartner. 55 Prozent der Deutschen können sich laut einer BITKOM-Studie gar ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sagen dies ganze 84 Prozent. Beim Handy erhöht sich dieser Anteil nochmal auf 97 Prozent.
Ambient Technologies und intelligente Netze
Auch im Business-Bereich habe das Internet durch die unternehmensübergreifende Verzahnung von Geschäftsprozessen einen wesentlichen Fortschritt gebracht. Unternehmen könnten dank des Webs auch vor und nach dem Kauf einfacher mit ihren Kunden kommunizieren. Autoren und Künstlern biete das Internet immer mehr Möglichkeiten, ihre Werke direkt einem großen Publikum anzubieten.
Auch das kommende Jahrzehnt werde eine Digitale Dekade, so Prof. Scheer. Ambient Technologies werden IT in die Haushalte bringen, und intelligente Netze helfen, die großen Herausforderungen Verkehr und Mobilität, Klimawandel und Umweltschutz sowie Gesundheitswesen und Bildung zu bewältigen.

(Michael Posdziech)

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