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Die Deutschen telefonieren weniger - 57 Stunden pro Jahr am Telefon

Es wird in Deutschland weniger telefoniert, dafür werden Messaging-Dienste, Chats und Video-Telefonate stärker genutzt. Jeder kennt dies aus seinem persönlichen Umfeld. Der Branchenverband Bitkom nennt nun die konkreten Zahlen zu diesem Trend.

10.07.2014, 16:01 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Es wird in Deutschland weniger telefoniert, dafür werden Messaging-Dienste, Chats und Video-Telefonate stärker genutzt. Jeder kennt dies aus seinem persönlichen Umfeld. Der Branchenverband BITKOM nennt jedoch die konkreten Zahlen zu diesem Trend auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur und eigener Umfragen.

Mobilfunk ersetzt Festnetz nur teilweise

Im vergangenen Jahr sank die Summe aller abgehenden Telefonate im Festnetz und Mobilfunk erneut um 1,4 Prozent von 283 auf 279 Milliarden Minuten. Dabei gingen die Telefonate im Festnetz um 3 Prozent von 174 auf 169 Milliarden Minuten zurück. Hingegen konnten die Telefonate im Mobilfunk noch leicht um einen knappen Prozentpunkt von 109 auf 110 Milliarden Minuten zulegen.

2010 war mit in Summe 295 Milliarden Minuten abgehender Telefonate das Spitzenjahr der Sprachtelefonie. Seitdem sind die Telefonate im Festnetz und Mobilfunk um insgesamt 5 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der aus dem Festnetz abgehenden Telefonminuten sank zwischen 2010 und 2013 um gut 12 Prozent, von 193 Milliarden auf 169 Milliarden Minuten.

57 Stunden pro Jahr am Telefon

"Die Netzbetreiber stehen vor einer Mammutaufgabe. Die Umsätze geraten unter Druck, gleichzeitig stehen sie in einem scharfen Preiswettbewerb, sind ständig neuen Regulierungseingriffen ausgesetzt und müssen nun zweistellige Milliardeninvestitionen in den Breitbandausbau stemmen", so BITKOM-Präsident Dieter Kempf.

Jeder Bundesbürger verbrachte im vergangenen Jahr durchschnittlich knapp 57 Stunden am Telefon. Etwa 60 Prozent dieser Gesprächszeit geht derzeit über das Festnetz. 2010 waren es noch 65 Prozent. Laut Umfragen des BITKOM nutzten 2013 rund 17 Millionen Deutsche zumindest hin und wieder Videotelefonie als Alternative zu Handy und Festnetztelefon. 2011 waren es erst sieben Millionen Bundesbürger.

Weiter auf Seite 2: Weniger Festnetzanschlüsse, mehr IP-Anschlüsse

Die Nutzung klassischer Telefonnetze und Schmalbandnetze wie analoge Anschlüsse oder ISDN nimmt ab. Immer mehr Verbraucher telefonieren über entbündelte DSL-Anschlüsse, Kabelnetze oder IP-basierte Dienste. 2010 wurde jede fünfte Gesprächsminute (21 Prozent) über IP-basierte Telefondienste abgewickelt, 2013 fast jede dritte (30 Prozent). Die Deutschen Telekom stellt auf sogenannte All-IP-Netze um. Auch Sprachverbindungen werden dort in IP-Paketen übertragen, aber unabhängig vom normalen Internet-Verkehr.

Weniger Festnetzanschlüsse, mehr IP-Anschlüsse

Insgesamt sank die Zahl der Festnetztelefon-Anschlüsse von 2012 auf 2013 in Deutschland laut Bundesnetzagentur leicht von 37,5 auf 37,2 Millionen. Die Zahl der Mobilfunkverträge ist im gleichen Zeitraum hingegen leicht gestiegen: von 113 auf gut 115 Millionen. Laut einer repräsentativen Umfrage im BITKOM-Auftrag nutzen 92 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahre ein Mobiltelefon.

Die Angaben für das Jahr 2013 beruhen auf einer Schätzung der Bundesnetzagentur. Zur Verbreitung von Handys hat das Meinungsforschungsinstitut Aris in Zusammenarbeit mit BITKOM Research im Mai 2014 1.004 Personen ab 14 Jahren in Deutschland befragt. Zur Nutzung von Videotelefonie hat Forsa im Mai 2013 sowie im Februar 2011 im Auftrag des BITKOM 1.004 Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

(Peter Giesecke)

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