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Dialer-Prozess: Erstes Urteil gefällt

Das Landgericht Osnabrück hat im bundesweit größten Fall von Internet-Bertrug zwei Angeklagte zu Bewährungsstrafen verurteilt.

16.06.2006, 10:21 Uhr
Internet© rajareddy / Fotolia.com

Im bundesweit größten Fall von Internet-Betrug hat das Landgericht Osnabrück zwei von vier Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe von 18 und 22 Monaten verurteilt. Die Richter sprachen sie des gewerbsmäßigen Computerbetrugs und der Datenveränderung für schuldig.
Verhandlung geht weiter
Die vier Männer aus Paderborn, Essen, Mettmann und Riga (Lettland) müssen sich wegen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrugs und Datenveränderung vor Gericht verantworten. Einer der beiden Verurteilten muss nach einem Bericht der Tagesschau zudem 1.400 Euro Strafe zahlen. Die Verhandlung gegen die beiden Komplizen wird fortgesetzt.
Zwölf Millionen ergaunert
Die Angeklagten sollen im Zeitraum von Juli 2002 bis September 2003 auf Internetseiten so genannte Dialer-Programme installiert haben. Die Dialer veränderten - für den Nutzer nicht erkennbar - die Internetverbindung, so dass diese plötzlich über eine teuer 0190-er Nummer lief. Am Ende löschte sich der Dialer selbst, die Computerbesitzer bemerkten die teure Verbindung erst beim Blick auf die nächste Telefonrechnung. Diese summierte sich in einzelnen Fällen auf bis zu 3.000 Euro. Mehr als 100.000 Internetnutzer sollen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf diese Weise geschädigt worden sein. Der Gesamtschaden beläuft sich auf zwölf Millionen Euro.

(Denise Bergfeld)

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