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Dialer-Abzocker wandert ins Gefängnis

Italiener versuchte, über einen als Bildschirmschoner getarnten Dialer ahnungslose Computernutzer abzuzocken.

13.04.2005, 09:37 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Der Versuch, mit Hilfe eines Dialers über 100.000 Euro von ahnungslosen Computernutzern abzuzocken, hat für einen Italiener juristische Konsequenzen. Er wurde nicht nur zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 Euro verurteilt, auch muss er für 14 Monate hinter Schloss und Riegel.
1,80 Euro pro Minute
Wie die Sicherheits-Experten von Sophos berichten, habe der Mann einen E-Mail-Wurm programmiert, der Computernutzer auf eine Webseite lockte. Auf dieser Webseite war ein Dialer hinterlegt, der geschickt als Bildschirmschoner getarnt war. Wurde das Programm gestartet, installierte sich ein Dialer, der eine Verbindung zu einer Premiumrate-Nummer auf den niederländischen Antillen herstellte. Pro Minute wurden für diese Verbindung 1,80 Euro fällig.
Es wird davon ausgegangen, dass Ende Oktober 2003 innerhalb von drei Tagen mehr als 57.000 Verbindungsminuten zustande kamen. Wäre der Wurm nicht rechtzeitig erkannt worden, wären schätzungsweise 1,2 Millionen Euro monatlich gestohlen worden. Die italienische Finanzpolizei konnte das mit Hilfe des Wurms gestohlene Geld einfrieren, nachdem es zunächst an ein New Yorker Bankkonto gesendet und dann über Venezuela an ein Konto einer Briefkastenfirma in Aruba transferiert wurde.
Höhere Strafe dank Kooperation abgewendet
Der Virenschreiber, der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung durch italienische Behörden im November 2003 39 Jahre alt war, soll einer härteren Strafe entgangen sein, weil dies sein erstes Vergehen war und er sich den Behörden gegenüber während der Ermittlungen kooperativ gezeigt hat.

(Hayo Lücke)

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