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Deutschlands IT-Sektor auf gutem Weg

Der erste nationale IT-Gipfel im Dezember 2006 sollte die IT-Branche in Deutschland stärken. TNS-Infratest hat vor dem heute beginnenden IT-Gipfel eine Studie zur ePerformance Deutschlands im Jahr 2007 veröffentlicht.

10.12.2007, 14:46 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die Bundesregierung hatte Anfang Dezember die Alarmglocken geschlagen: Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte beklagte gegenüber der Deutschen Presse Agentur (dpa), dass ein Fachkräftemangel von rund 20.000 IT-Experten das Wachstum "dramatisch" bremse. Laut Branchenverband BITKOM sind derzeit sogar 43.000 offene Stellen für diesen Bereich verzeichnet. Schon auf der diesjährigen Cebit hatte die Branche über dieses Problem geklagt. Die Situation des IT-Sektors im Jahr 2007 hat eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS-Infratest nun genauer unter die Lupe genommen. Pünktlich zum Start des zweiten IT-Gipfels am heutigen 10. Dezember in Hannover wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Fachkräftemangel hemmt Innovationen
Im November 2007 hatte TNS-Infratest für den zweiten "ePerformance Report 2007" hochrangige Experten aus der Informations- und Kommunikationstechnikbranche befragt. Der Bericht soll Einschätzungen für die Entwicklungen in der IT-Branche bis zum Jahr 2010 liefern. Den erheblichen Fachkräftemangel in der Branche sehen die befragten IT-Verantwortlichen als "Innovationshemmnis Nummer eins". Lösungen liefern die Experten gleich mit: Das Zuwanderungsgesetz solle flexibler gestaltet, das deutsche Arbeits- und Steuerrecht vereinfacht werden. Zunächst würde kurzfristig auf einen Fachkräfteimport aus dem Ausland gesetzt. Das IT-Wissen müsse im gesamten Bildungssektor breiter vermittelt werden. Die verstärkte Beschäftigung von Frauen sowie eine Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer kann laut der Studie ebenfalls zu einer Senkung des Fachkräftemangels beitragen.
Breitband wird zu einem "must-have"
Ein Trend des Jahres 2007 war für die Experten der Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Diese Technik sehen die Experten für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands als sehr bedeutsam an. Trotz erster Fortschritte sehen drei Viertel der befragten IT-Manager noch großen Nachholbedarf bei einem flächendeckenden Ausbau der schnellen Internetzugangstechnik.
Bei Web 2.0 ist Deutschland nicht führend
Beim neuen, interaktiven Internet, auch als Web 2.0 bezeichnet, wird Deutschland in der Studie nicht als führende Nation bezeichnet, sondern als leicht abgeschlagen eingeschätzt. Der IT-Bereich und der Medienbereich wachsen zunehmend zusammen. Dies führe auch zu gesellschaftlichen Veränderungen.
Als sehr hoch werden die Effekte für die gesellschaftliche Entwicklung durch das Einführung des E-Government in allen Bereichen angesehen. Der öffentliche Sektor müsse jedoch verstärkte Anstrengungen unternehmen, um auch in der digitalen Welt für die Bürger präsent zu sein.
Starke Position bei IT-Sicherheit
International wird Deutschland als wettbewerbsfähig angesehen, was die Frage der IT-Sicherheit betrifft. Vertrauen könne der IT-Sektor bei den Bürgern nur gewinnen, wenn wichtige Aspekte wie Datenschutz, elektronische Identitäten und Verbraucherschutz zufriedenstellend gelöst sind.
Die Studie zieht das Fazit, dass eine gemeinsame Kooperation von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für die weitere Entwicklung des IT-Sektors in Deutschland von großer Bedeutung ist. Nur gemeinsam schaffe man eine Anpassung an die sich in immer schnellerem Tempo vollziehenden Veränderungen. Für die weitere Zukunft sieht TNS-Infratest Deutschland jedoch auf einem guten Weg.
Der zweite IT-Gipfel in Hannover mit rund 500 Teilnehmern unter Leitung von Bundeskanzlerin Merkel wird sich heute daher für eine weitere Förderung des IT-Sektors einsetzen.

(Jörg Schamberg)

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