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Deutscher Kulturrat: Computerspiele sind Kunst

"Computerspiele-Entwickler sind Künstler", äußerte sich der Geschäftsführer des Kulturrats in einem Interview. Derzeit gebe es Bestrebungen in der Koalition, Games als Kulturgut anzuerkennen.

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Kunst oder Zeitvertreib? Seit einigen Jahren stellen sich Vertreter aus Politik und Kultur diese Frage im Zusammenhang mit Computerspielen. In den USA ist sie schon längst beantwortet. Spätestens, seitdem im vergangenen Jahr die größte Bibliothek der Welt, The Library of Congress, ihre Sammlung um die zehn besten Games aller Zeiten erweiterte. Doch nun scheint es auch in Deutschland soweit zu sein, denn jetzt erhielt das Computerspiel den Ritterschlag der Kunstverständigen.

"Computerspiele-Entwickler sind Künstler"

Im Interview mit dem Gamer-Magazin "Gee" äußerte sich der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, über die ästhetischen Qualitäten von Spiel-Software und stellte fest: "Computerspiele-Entwickler sind Künstler." Das Bestreben der großen Koalition, Computerspiele endlich als Kulturgut anzuerkennen, bezeichnete er als "eine Revolution": "Viele Politiker haben angefangen zu begreifen, dass wir keine guten Computerspiele bekommen, indem wir die schlechten einfach verbieten. Viel mehr sollte es darum gehen, kreative und innovative Spiele zu fördern."

Feingeistige Auseinandersetzungen

Die Frage, ob Computerspiele als kulturell bedeutsam und förderungswürdig einzustufen sind, sei eine der größten Auseinandersetzungen, die im Deutschen Kulturrat je geführt wurde, sagt Zimmermann weiter. "Seit Mitte der achtziger Jahre haben wir uns keinem neuen Bereich der Jugendkultur mehr wirklich geöffnet." Der Deutsche Kulturrat ist seit 1981 eine vermittelnde Instanz zwischen den Kulturverbänden, Politik und der Verwaltung. Die Fachausschüsse des Vereins erarbeiten regelmäßig Empfehlungen für kultur- und medienpolitische Angelegenheiten auf Bundesebene.

(André Vatter)

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