Verivox-Umfrage

Deutsche trauen "Ampel-Koalition" Schub bei Digitalisierung zu

Wer kann den Digitalisierungsstau in Deutschland am ehesten beheben? Laut einer aktuellen Verivox-Umfrage wird die größte Digitalkompetenz bei einer Ampel aus SPD, Grünen und FDP gesehen. 90 Prozent der Deutschen sprechen sich zudem für neue Maßnahmen zur Verbesserung des Internets aus.

Jörg Schamberg, 19.10.2021, 11:33 Uhr
Kommunikation© Kurhan / Fotolia.com

Gut drei Wochen nach der Bundestagswahl beginnen in Berlin Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP. Doch kann eine solche "Ampel-Koalition" die Digitalisierung hierzulande voranbringen? Das Vergleichsportal Verivox hat zum Digitalisierungsstau in Deutschland kurz nach der Bundestagswahl eine repräsentative Umfrage durch die Innofact AG erstellen lassen. Einer "Ampel-Koalition" trauen 34 Prozent Deutschen am ehesten einen Fortschritt bei der Digitalisierung zu.

Nur wenig Vertrauen in Digitalkompetenz der "Großen Koalition"

Nur zwölf Prozent der befragten Menschen sehen die größte Digitalkompetenz dagegen bei einer eventuellen "Jamaika"-Koalition aus Union, FDP und Grünen. Nur 6 Prozent glauben, dass eine erneute "Große Koalition" aus Union und SPD Deutschland bei der Digitalisierung nach vorne bringe könnte. Als Einzelpartei erhält die FDP mit 14 Prozent die höchste Zustimmung, die Linke mit 2 Prozent die niedrigste. 21 Prozent der Deutschen sehen jedoch bei keiner der etablierten Parteien oder Koalitionen ausreichend Digitalkompetenz.

50 Prozent der Bundesbürger für garantierte Mindest-Surfgeschwindigkeit

Die Verivox-Umfrage zeigt zudem, dass 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sich von der Bundesregierung neue Maßnahmen zur Verbesserung des Internets erhoffen. 50 Prozent der Befragten spricht sich für eine bundesweit garantierte Mindest-Surfgeschwindigkeit aus. Sollte es zu Problemen mit einem Internetanbieter kommen, so befürworten 39 Prozent einen flexiblen Anbieterwechsel. 38 Prozent sagen, dass der Statt den Netzausbau übernehmen soll, damit dieser schneller vorankommt. Sollten die zugesagten Bandbreiten nicht erreicht werden, befürworten 34 Prozent, dass Internetanbieter Strafen zahlen müssen.

Internetprobleme weit verbreitet

Fast die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) hat Probleme bei der Internetnutzung. Dabei handelt es sich vor allem um zu geringe Bandbreiten. Bei immerhin 25 Prozent der Menschen sei der Anschluss ab und zu langsamer als gebucht, bei 15 Prozent sei dies sogar öfter der Fall. Bei 24 Prozent der Umfrageteilnehmer würde häufig bzw. gelegentlich das Internet ausfallen. 51 Prozent der Deutschen habe sich bereits bei ihrem Anbieter wegen der Internetprobleme beschwert. Allerdings haben deswegen nur 9 Prozent den Anbieter gewechselt, 31 Prozent hätten nichts unternommen.

"Der Netzausbau hinkt der Realität hinterher", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Der massiv gestiegene Bedarf an datenintensiven Anwendungen trifft auf eine vielfach unzureichende Infrastruktur. Die neue Bundesregierung ist in der Pflicht, das digitale Deutschland mit unbürokratischen Maßnahmen vom Standstreifen auf die Überholspur zu bringen."

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