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Deutsche Telekom verliert Wettbewerbsvorteil

Drittanbieter ohne eigene, teure Netzinfrastruktur werden künftig alle Produkte in derselben Qualität anbieten können, wie der ehemalige Monopolist. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie.

03.02.2007, 12:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Deutschen Telekom droht der Wettbewerbsvorteil eines eigenen Netzes aus den Fingern zu gleiten. Drittanbieter ohne eigene, teure Netzinfrastruktur werden künftig alle Produkte in derselben Qualität anbieten können, wie der ehemalige Monopolist. Das ist das alarmierende Fazit einer Studie der Unternehmensberatung Detecon, die selber zur Telekom gehört, berichtet die WirtschaftsWoche.
Kontrollverlust
Das Magazin berichtet, in der Studie seien 220 verschiedene Telekom-Dienste – von E-Mail über die Telefonie is zur Fernsehübertragung – daraufhin untersucht worden, ob ein Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom noch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Drittanbietern ausspielen könnte, weil er die Kontrolle über das Netz und damit auch über die Übertragungsqualität besitzt. Das Ergebnis sei erschreckend: schon heute könnten Web-Anbieter ohne eigenes Netz einen Großteil aller Produkte mit derselben Qualität liefern wie die Infrastrukturanbieter.
Gerade einmal noch 23 Prozent aller Angebote seinen allein kontrollierbar, doch dieser Anteil werde aller Voraussicht nach noch weiter sinken. "Bei den Netzen gibt es eine natürliche Entwicklung hin zu höheren Bandbreiten bei gleichzeitig fallenden Kosten pro übertragenem Bit", erklärt Detecon-Berater George Salisbury gegenüber der WirtschaftsWoche. "Wenn die Ressource Netz durch höhere Bandbreiten nahezu unbegrenzt verfügbar ist, wird die Dienstegüte im klassischen Sinn bedeutungslos."
Finanzierung nur über Grundgebühren?
Das könne im Extremfall dazu führen, dass sich die Telekom in Zukunft nur noch auf die monatlichen Grundgebühren stützen könne. Passende Dienste würden hingegen von Drittanbietern wie Google, Yahoo, eBay oder Amazon geliefert.

(Hayo Lücke)

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