News

Deutsche Telekom unter Druck - Gewinn bricht ein

Der harte Wettbewerb, die Eurokrise und eine ungewisse Zukunft des US-Geschäfts setzen der Deutschen Telekom zu. Der Gewinn brach 2011 massiv ein, der Umsatz schrumpfte. Nun ist Konzernchef Obermann gefragt.

23.02.2012, 12:06 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Massive Kundenverluste in den USA, Probleme in Südosteuropa und die ungelöste Zukunft des US-Geschäftes treiben die Deutsche Telekom in die Enge. Der Gewinn brach im vergangenen Jahr um zwei Drittel auf 557 Millionen Euro ein, wie der Konzern am Donnerstag in Bonn mitteilte. Im vierten Quartal stand unter dem Strich sogar ein Verlust von 1,3 Milliarden Euro. Der Umsatz schrumpfte 2011 um rund 6 Prozent auf 58,7 Milliarden Euro.

Gegenwind allerorten

"Wir haben 2011 überall starken Gegenwind gespürt", sagte Vorstandschef René Obermann. Und der werde in diesem Jahr nicht nachlassen. Gegensteuern will der Manager vor allem mit der Fortsetzung des Sparkurses sowie Investitionen unter anderem in die neue Mobilfunktechnik LTE in den USA. Die Telekom will ihre Marktposition in Deutschland im Festnetz und Mobilfunk verteidigen. Die größten Konkurrenten sieht Obermann inzwischen in den Kabelnetzbetreibern.

Den starken Einbruch des Ergebnisses 2011 begründete das Unternehmen vor allem mit starken Sondereinflüssen im vierten Quartal. Dazu gehörten vor allem nach unten korrigierte Werte der US-Tochter T-Mobile und Abschreibungen auf Aktivitäten in Südosteuropa in einer Größenordnung von 3,3 Milliarden Euro. Diese Effekte konnte die Telekom dabei nicht mit der Ausgleichszahlung von 3 Milliarden US-Dollar kompensieren, die das Unternehmen von AT&T erhalten hatte, nachdem der geplante Verkauf der US-Tochter abgeblasen worden war.

In den USA läuft es nicht

Im US-Geschäft steht die Telekom seitdem vor einer ungewissen Zukunft. Im vierten Quartal waren die Bonner dort mit Kundenverlusten von über 800.000 förmlich unter die Räder gekommen. Dabei hat vor allem das neue iPhone 4S, das die Telekom nicht im Programm hat, die Geschäfte verhagelt.

"Mit der negativen Kundenentwicklung und mit dem in der Folge ebenfalls sinkenden Umsatz können wir nicht zufrieden sein", betonte Obermann. Er kündigte gleichzeitig an, in den USA die neue Mobilfunktechnik LTE mit einem Investitionsvolumen von 4 Milliarden Euro in den kommenden Jahren auszurollen. Auf diesem Weg soll das T-Mobile-Netz leistungsfähiger und wieder attraktiver werden.

Für das laufende Jahr hat der Vorstand um Obermann die Ziele heruntergeschraubt. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) peilt der Konzern jetzt rund 18 Milliarden Euro an, gut eine Milliarde weniger als für 2011. Es ginge jetzt darum, Marktpositionen zu verteidigen.

(Hayo Lücke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang