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Deutsche Telekom macht ordentlich Dampf

Der ehemalige Monopolist hat das erste Quartal mit einem kräftigen Gewinnsprung abgeschlossen. Zum Konzernmotor Mobilfunk, ziehen zusätzlich die Breitbandanschlüsse an.

12.05.2005, 10:48 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Deutsche Telekom hat das erste Quartal 2005 mit einem kräftigen Gewinnsprung abgeschlossen. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte, stieg der Konzernüberschuss um rund 60 Prozent auf eine Milliarde Euro. Der Umsatz kletterte auf 14,4 Milliarden Euro. Dies war ein Plus von 3,5 Prozent. Getrieben wurde das Telekom-Wachstum weiter vor allem durch den Mobilfunk im Ausland und schnelle DSL-Internetanschlüsse.
Rosa Riese erobert USA
Weitere 1,5 Millionen Mobilfunkkunden konnte das Unternehmen hinzu gewinnen – davon zwei Drittel bei T-Mobile USA. Diesen Erfolg des amerikanischen Ablegers verdankt die Telekom wohl weniger der schönen Catherine Zeta-Jones, die in Amiland für die Magenta-Farbe Werbung macht. Vielmehr überzeugt die nun mehr als 18 Millionen Kunden wohl, dass T-Mobile mit seinem ausschließlich GSM-basierten Netz mittlerweile 95 Prozent der Gesamtbevölkerung erreicht. Der ansonsten in den USA noch übliche analoge Mobilfunkstandard AMPS (Advanced Mobile Phone System) brachte bislang Probleme der Netzabdeckung mit sich.
Starkes Wachstum auch bei DSL
Die Zahl der Breitbandanschlüsse erhöhte sich im Vergleich zu Ende 2004 um rund 581.000 auf 6,4 Millionen. Zwar reduzierten sich die Umsätze im Bereich Breitband/Festnetz geringfügig um 2,9 Prozent auf 2,5 Millionen Euro (bereinigtes EBITDA - Earnings Before Interest, Tax, Depreciation and Amortization), jedoch handelt es sich dabei um Verluste aus dem hart umkämpften Festnetzmarkt. Immerhin schaffte es die Telekom, den Rückgang der Marktanteile etwas auszubremsen, den Löwenanteil der schwarzen Zahlen kommt aber vom Geschäftskundensektor. International operierende Großkunden und Institutionen, die durch T-Systems Enterprise betreut werden, sorgten für ein Umsatzplus.
Gute Aussichten für 2005
Für das laufende Gesamtjahr erwartet die Deutsche Telekom weiterhin ein bereinigtes EBITDA zwischen 20,7 und 21,0 Milliarden Euro. Die künftige Dividendenentwicklung wird sich am Vorjahr orientieren. Natürlich wolle die Telekom ihren Aktionären auch weiterhin eine attraktive Ausschüttung bieten, heißt es in der adhoc-Meldung. Wie diese allerdings aussehen sollen, orientiert sich wiederum am Gewinn des Unternehmens. Der wiederum hat nur wenig mit den sogenannten Pro-forma-Kennzahlen zu tun, zu denen EBITDA ebenfalls gehört. Dabei handelt es nämlich lediglich um einen Versuch der international einheitlichen Konzernbewertung. Dabei wird das Betriebsergebnis um bestimmte Faktoren bereinigt, wie beispielsweise Steuern und Abschreibungen.

(Aleksandra Leon)

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