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Deutsche Post bringt elektronischen Brief

Der Logistik-Konzern gibt sich einen neuen Namen und will weiterhin auf das Briefgeschäft bauen. An dem Konzept für einen sicheren elektronischen Brief werde derzeit gearbeitet.

11.03.2009, 18:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Die Deutsche Post will mit veränderten Strukturen und mehr Engagement der Mitarbeiter den Konzern profitabler und wettbewerbsfähiger machen. Zu den Änderungen im Zuge der Zukunftsstrategie zählt nicht nur der neue offizielle Name Deutsche Post DHL, sondern auch die Entwicklung eines elektronischen Briefes.
Sicherer als E-Mail
Die Deutsche Post will neben ihrem klassischen Briefversand per Botenzustellung künftig auch einen elektronischen Brief anbieten. An dem Konzept werde derzeit gearbeitet, sagte Post-Briefvorstand Jürgen Gerdes am Mittwoch in Bonn. Vor allem werde darauf abgezielt, dass Absender und Adressat eindeutig identifiziert werden könnten. Damit solle dieses Online-Angebot einen Vorteil gegenüber bisherigen Sicherheitslücken etwa bei E-Mails haben.
Post-Chef Frank Appel betonte, dass der Konzern in seiner Strategie für die Zukunft ("Strategie 2015") neben der Logistik auch weiterhin das Briefgeschäft als Kerngeschäft und Säule sehe. Auf dem Heimatmarkt wolle der Konzern "die Post für Deutschland" bleiben und Wettbewerber auf Distanz halten. Um das Geschäft auch bei sinkenden Mengen im klassischen Versand zukunftssicher zu machen, würden neue Angebote wie etwa der elektronische Brief oder auch das Handy-Porto entwickelt. "Wir müssen hier den Übergang ins Internetzeitalter schaffen."
Kosten einsparen mit einfacheren Strukturen
Bei der Strukturänderung fallen als eigene Sparten das Expressgeschäft weg, das in Logistik aufgeht sowie das von der Postbank ausgeübte Finanzgeschäft, das nach dem Teilverkauf an die Deutsche Bank, die auch eine Übernahme anstrebt, aus dem Konzern herausgenommen wurde. Insgesamt sieben Milliarden Euro will die Post in den nächsten Jahren einsparen, davon eine Milliarde bis 2010. Im IT-Bereich will die Post über die Konsolidierung von Rechenzentren und Service-Standorten 1,4 Milliarden Euro einsparen. Die Vermarktung und der Vertrieb sollen mit 2,2 Milliarden Euro den höchsten Sparanteil beisteuern, Finanzen und Personalwesen liefern den Rest. Jede Abteilung und jeder Funktionsleiter hätten Sparziele erhalten, sagte Appel.

(Michael Posdziech)

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