Genehmigt

Deutsche Glasfaser und inexio vereint: neue Unternehmensgruppe startet

Aus den beiden Glasfaser-Netzbetreibern "Deutsche Glasfaser" und "inexio" wird die neue "Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser". Der offizielle Start wurde nun bekanntgegeben. VATM und BREKO haben die Entwicklung kommentiert.

Diana Schellhas, 19.05.2020, 12:25 Uhr
GlasfaserDie neue Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser plant in den kommenden Jahren 6 Millionen Anschlüsse zu bauen.© Suprijono Suharjoto / Fotolia.com

Die zuständigen Wettbewerbsbehörden haben den Erwerb von Deutsche Glasfaser durch EQT und OMERS offiziell genehmigt. Deutsche Glasfaser und inexio werden damit zu einem privatwirtschaftlichen Glasfaserausbauer vereint.

Die daraus resultierende neue "Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser" nimmt ab sofort ihre Arbeit auf und hat angekündigt, in den kommenden Jahren 7 Milliarden Euro zu investieren, um mehr als 6 Millionen Anschlüsse für Privathaushalte, Unternehmen und staatliche Einrichtungen zu realisieren.

"Aufgrund der Corona-Krise stehen öffentliche Haushalte unter einem enormen Druck, weil sich die Ausgaben massiv erhöhen und die Einnahmen wegbrechen. Wir werden in den nächsten Monaten bundesweit verstärkt mit vielen Kommunen sprechen, um unsere Hilfe beim Ausbau der digitalen Infrastruktur anzubieten. So wollen wir die Weichen für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands stellen und auch die Schienen dafür bauen – mit eigener Finanzkraft und weniger Steuergeldern", sagt Uwe Nickl, CEO von Deutsche Glasfaser.

VATM: Enormer Schub für den Glasfaserausbau in Deutschland

Der Telekommunikationsverband VATM begrüßt die Genehmigung. Das würde dem privatwirtschaftlichen Glasfaserausbau in Deutschland einen enormen Schub geben und den Infrastrukturwettbewerb weiter beleben. Besonders wichtig sei dabei, dass die Investoren verstanden hätten, dass es ökonomisch sinnvoll sei, sich auf die un(ter)versorgten weißen und grauen Flecken in den ländlichen Bereich zu konzentrieren. Mit der neuen Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser, Vodafone und EWE TEL seien die drei Unternehmen im VATM-Präsidium vertreten, die den Gigabit-Ausbau in Deutschland in den nächsten Jahren maßgeblich vorantreiben würden.

BREKO begrüßt die Genehmigung

Der Glasfaserverband BREKO wertet den Start der neuen Unternehmensgruppe als starkes Zeichen für die Leistungsfähigkeit des eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbaus in Deutschland. Für BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers ist der Startschuss für die neue "Glasfaserfabrik" eine Bestätigung, dass die BREKO-Unternehmen die maßgeblichen Treiber des echten Glasfaserausbaus bis in die Gebäude und Wohnungen sind. Klar ist für Albers aber auch: "Dort wo es nicht anders geht, brauchen wir eine ergänzende staatliche Förderung, allerdings nicht mit der ‚Gießkanne‘, sondern punktgenau für die immer noch unterversorgten Gebiete."

Hintergrund zu den Investoren EQT und OMERS

Die Investoren, EQT und OMERS, gehören zu den führenden Glasfaserinvestoren weltweit. EQT ist eine börsennotierte schwedische Investmentgesellschaft mit aktuell 41 Milliarden Euro an verwaltetem Beteiligungsvermögen. Die Gesellschaft hat 2019 die Mehrheitsanteile am saarländischen Telekommunikationsunternehmen inexio übernommen. OMERS ist einer der größten kanadischen Pensionsfonds mit einem Anlagevermögen von ca. 70 Milliarden Euro. In Deutschland bestehen OMERS-Beteiligungen unter anderem an Tank&Rast sowie an VTG.

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