Neue Investoren

Deutsche Glasfaser plant sechs Millionen FTTH-Glasfaseranschlüsse

Mittelfristig will Deutsche Glasfaser dank der neuen Investoren EQT und OMERS sieben Milliarden Euro in den FTTH-Glasfaserausbau in Deutschland investieren. Mit inexio bilde man nun eine Unternehmensgruppe.

Jörg Schamberg, 10.02.2020, 10:56 Uhr
Deutsche Glasfaser© Deutsche Glasfaser Holding GmbH

Der Glasfaseranbieter Deutsche Glasfaser will massiv wachsen und den Glasfaserausbau in Deutschland mit mehr Tempo vorantreiben. Möglich machen sollen dies die neuen Investoren EQT aus Schweden und OMERS aus Kanada, die die bisherigen Investoren KKR und Reggeborgh ablösen. Das geplante Investitionsvolumen liege mittelfristig bei sieben Milliarden Euro.

Deutsche Glasfaser und inexio nun in einer Unternehmensgruppe

Das Ziel ist ehrgeizig: Deutsche Glasfaser will zum bundesweit größten FTTH-Glasfaserausbauer werden. Deutsche Glasfaser werde künftig zusammen mit inexio eine auf den Glasfaserausbau fokussierte Unternehmensgruppe bilden. Mehr als sechs Millionen Glasfaseranschlüsse sollen in ganz Deutschland mit den Milliardeninvestitionen errichtet werden. Dadurch könnte der größte Teil der derzeit noch nicht mit Gigabit-Internet versorgten Gebiete in Deutschland erschlossen werden.

Erschließung von weißen und grauen Flecken mit FTTH-Glasfaseranschlüssen

"Die künftig enge Zusammenarbeit mit inexio in einer Unternehmensgruppe eröffnet weiteres Beschleunigungspotenzial für unseren Glasfaserausbau. Mit den für die Gruppe mittelfristig geplanten 6 Millionen FTTH-Anschlüssen werden wir weiter gerade die weißen und grauen Flecken erschließen – und so die digitale Wende in Deutschland vorantreiben. Es wird ein spannender Ritt – und wir freuen uns darauf", sagt Deutsche Glasfaser-Chef Uwe Nickl.

Neue Investoren sind finanzkräftig

Die bisherigen Investoren KKR und Reggeborgh wollen ihre Anteile an EQT und OMERS übertragen, wenn die zuständigen Behörden in Deutschland und Europa dies genehmigen. EQT ist eine finanzstarke Investmentgesellschaft mit 41 Milliarden Euro an verwaltetem Beteiligungsvermögen. 2019 hatte EQT die Mehrheit am saarländischen Telekommunikationsunternehmen inexio übernommen. Der weitere neue Investor OMERS Infrastructure investiere weltweit in Infrastrukturen. OMERS, einer der größten kanadischen Pensionsfons verfüge über ein Anlagevermögen von rund 70 Milliarden Euro. In den Deutschland ist OMERS unter anderem an Tank&Rast sowie an VTG beteiligt. EQT soll 51 Prozent und OMERS 49 Prozent an der gemeinsamen Gruppe halten. Die Transaktion könnte voraussichtlich im zweiten Quartal 2020 abgeschlossen werden.

Deutsche Glasfaserfaser will bundesweit weitere Unternehmensstandorte errichten

Erst im Januar hatte Deutsche Glasfaser seine Fremdkapitalbasis auf 1,8 Milliarden Euro erweitert. In der vergangenen Woche hatte das im nordrhein-westfälischen Borken ansässige Unternehmen den bundesweit 13. Unternehmensstandort im hessischen Seligenstadt eröffnet. Weitere Unternehmensstandorte seien bundesweit geplant. Mit der Telekom und Vodafone hatte Deutsche Glasfaser kürzlich eine Open-Access-Partnerschaft geschlossen.

Damit der Glasfaserausbau in Deutschland schnell vorankommen kann, seien auch die Kommunen und Verwaltungen gefragt, die Genehmigungen erteilen müssen. "Daher ist der wichtigste Beitrag der Bundesregierung und der Länder zum schnellen Glasfaserausbau die Entschlackung, Standardisierung und Digitalisierung dieser Verfahren", betont Deutsche Glasaser-Chef Nickl.

BREKO: Riesiger Schub für Glasfaserausbau in Deutschland

Der Branchenverband BREKO begrüßte den Zusammenschluss von Deutsche Glasfaser und inexio. "Die Zeichen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland stehen klar auf Glasfaser", erklärt BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. "Der Einstieg von EQT und OMERS und der Zusammenschluss unserer Mitgliedsunternehmen Deutsche Glasfaser und inexio wird dem Glasfaserausbau in Deutschland und damit auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen riesigen Schub geben. Hier entsteht eine echte ‚Glasfaserfabrik 4.0‘ mit Open Access als eingebautem Katalysator für noch schnelleren Glasfaserausbau in Deutschland."

VATM: Politik hat Potential von privaten Investitionen lange nicht erkannt

Auch der Verband VATM begrüßte nach Angaben von VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner ausdrücklich die Gründung einer neuen starken Unternehmensgruppe. "Besonders wichtig: Die Investoren haben verstanden, dass es ökonomisch sinnvoll ist, sich auf den ländlichen Bereich zu konzentrieren, dort wo Bedarf und Nachfrage am größten sind. Das ist genau im Sinne von Bürgern, Mittelstand und Politik", so Grützner. "Die Politik hat das Potenzial der massiven privaten Investitionen bedauerlicherweise lange nicht erkannt, auf Vectoring der Telekom gesetzt und nicht die optimalen Entscheidungen zu Gunsten des eigenwirtschaftlichen Ausbaus zum Beispiel bei der Förderung getroffen. Auch die in Brüssel angemeldete neue Förderung macht diesen Fehler, setzt auf Windhundrennen beim Baggern und Graben und ist konzeptlos. Einer Digitalisierungsprämie in Form von Vouchern für Bürger und Unternehmen hat der Bundesverkehrsminister Scheuer gerade erst eine klare Absage erteilt, so Grützner weiter.

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