Finanzierungsrahmen aufgestockt

Deutsche Glasfaser: Mehr Geld für den Glasfaserausbau

Die Deutsche Glasfaser verfügt künftig über mehr finanzielle Mittel für den Glasfaserausbau in Deutschland. Der Finanzierungsrahmen wurde auf 1,8 Milliarden Euro erhöht. Es könnten mehr FTTH-Anschlüsse realisiert werden.

Jörg Schamberg, 14.01.2020, 10:49 Uhr
Deutsche Glasfaser© Deutsche Glasfaser Holding GmbH

Der Anbieter Deutsche Glasfaser, spezialisiert auf den FTTH-Glasfaserausbau in ländlichen Regionen, kann künftig über einen größeren finanziellen Spielraum verfügen. Anfang 2018 war zunächst eine Finanzierung über 650 Millionen vereinbart worden. Nun sei der Finanzierungsrahmen mit verbesserten Konditionen auf bis zu 1,8 Milliarden Euro erweitert und damit beinahe verdreifacht worden. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln soll auch der Ausbauplan erweitert werden.

2020 erreicht Deutsche Glasfaser mehr als eine Million FTTH-Anschlüsse

Der jetzt neu ausgehandelte Finanzierungsrahmen bestehe aus fixen 1,4 Milliarden Euro, bei Bedarf könne dieser um weitere 400 Millionen Euro erweitert werden. Die Finanzvereinbarung werde von 16 Institutionen getragen. Die Finanzierung über 650 Millionen Euro sei bereits fast ausgeschöpft. Durch das beschleunigte Wachstum von Deutsche Glasfaser sei dies schneller als geplant erfolgt. Die nun erweiterten finanziellen Mitteln will der Anbieter aus dem nordrhein-westfälischen Borken nutzen, um noch deutlich mehr Glasfaseranschlüsse zu realisieren. In diesem Jahr soll ein Meilenstein erreicht werden: Die Zahl der gebauten Glasfaseranschlüsse und der im Bau befindlichen Anschlüsse soll die Marke von einer Million knacken.

"Durch das frische Fremdkapital werden wir unsere Erfolgsstory fortschreiben. Wir können jetzt in noch mehr Kommunen gleichzeitig aktiv werden, den flächendeckenden Netzausbau noch schneller vorantreiben – und somit die Digitalisierung des Landes insgesamt beschleunigen", so Jens Müller, Finanzchef von Deutsche Glasfaser. Bei Deutsche Glasfaser startet die Mindestgeschwindigkeit bei 300 Mbit/s. Auch Anschlüsse mit Gigabit-Speed lassen sich buchen.

BREKO fördert schnellere Genehmigungsverfahren

Der Branchenverband BREKO begrüßte die Erhöhung des Finanzierungsrahmens, Deutsche Glasfaser ist Mitglied in dem Glasfaserverband. Der BREKO zeigt sich überzeugt, dass das Geschäftsmodell Glasfaserausbau in Deutschland funktioniert. Allerdings gibt es auch Kritik an der Politik und an langwierigen Förderverfahren: "Geld allein baut keine Glasfasernetze. Neben einer maßvollen Förderung brauchen wir Entbürokratisierung in Form schnellerer und einfacherer Genehmigungsverfahren und die Akzeptanz alternativer Verlegemethoden", betont BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers.

"Staatliche Förderung mit der 'Gießkanne' und ohne eine klare Priorisierung zugunsten besonders schlecht versorgter Gebiete wird den Glasfaserausbau nicht beschleunigen, sondern verlangsamen, da die eh schon knappen Tiefbau- und Planungskapazitäten in Förderprojekten gebunden werden und für den eigenwirtschaftlichen Ausbau dann nicht mehr zur Verfügung stehen", so Albers weiter.

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