Verivox-Umfrage

Deutsche bevorzugen Textnachrichten statt Videotelefonie

Die Videotelefonie und weitere digitale Anwendungen haben in der Corona-Krise keinen Schub erhalten. Stattdessen sind Textnachrichten über WhatsApp & Co. sowie lineares Fernsehen bei vielen Bundesbürgern beliebt. Das zeigt eine Verivox-Umfrage.

Jörg Schamberg, 11.11.2020, 11:41 Uhr
WhatsApp MessengerDie Deutschen schreiben in ihrer Freizeit bevorzugt Textnachrichten über Dienste wie WhatsApp.© Rido / Fotolia.com

Wegen Corona arbeiten viele Deutsche zuhause im Homeoffice, die Zahl der Online-Konferenzen ist stark gestiegen. Doch einen nachhaltigen Digitalisierungsschub durch Corona gebe es hierzulande nicht. Das zeigt eine Umfrage der Tarifexperten von Verivox zusammen mit der Online-Partnervermittlung Parship. Befragt wurden im Oktober 3.964 Parship-Mitglieder ab 18 Jahren.

Text statt Video- und Audio-Inhalte

Fast die Hälfte der Deutschen nutze privat weder Videotelefonie, Podcasts oder Hörbücher. Stattdessen setzen 57 Prozent der Befragten täglich auf das Schreiben von Textnachrichten über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder iMessage. 42 Prozent bevorzugen das klassische lineare Fernsehen mit vorgegebenen Sendezeiten. Die weiteren digitalen Aktivitäten würden sich beim täglichen Gebrauch weit dahinter einreihen.

Rund jeder fünfte Deutsche nutze täglich Social-Media-Dienste wie Facebook oder Instagram. 19 Prozent senden täglich Sprachnachrichten über WhatsApp & Co., 18 Prozent der Befragten teilen Fotos und Videos. 15 Prozent der Umfrageteilnehmer verbringen täglich einen Teil ihrer Freizeit mit Gaming an Smartphone oder Playstation. Erstaunlich: Lediglich 13 Prozent nutzen täglich Fernsehen auf Abruf bzw. streamen Serien.

Mehr als ein Drittel nutzt keine Social-Media-Dienste

Auch wenn Corona größere Treffen mit Freunden oder Familie verhindert: 49 Prozent der Befragten verzichten dennoch auf Videotelefonie. Audioinhalte wie Hörbücher oder Podcasts sind für weitere 49 Prozent nicht einmal gelegentlich interessant. 44 Prozent der Befragten würden weder am Smartphone noch an einer Spielkonsole spielen. Mehr als ein Drittel nutze keine Social-Media-Dienste wie Facebook und Instagram.

Männer und Frauen zeigen bei der Freizeitnutzung teils ein unterschiedliches Verhalten. Männer nutzen Streaming-Dienste häufiger als Frauen. Diese wiederum versenden häufiger Sprachnachrichten als die männlichen Befragten. Je älter die Umfrageteilnehmer, umso mehr sank die Bereitschaft zum Streaming oder Gaming. Videotelefonie nutzen dagegen sowohl jüngere als auch ältere Menschen ähnlich selten.

Videotelefonie auch für jüngere Nutzer oft noch "Neuland"

"Schon seit Jahren sind internetbasierte Dienste wie WhatsApp oder FaceTime sehr beliebt", sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. "Jedoch werden Text- und Bildnachrichten nach wie vor erheblich häufiger genutzt als Videotelefonate, wie auch eine Studie der Bundesnetzagentur zeigt. Unsere Zahlen liefern einen weiteren Beleg dafür." Im April 2020 hatte eine andere Verivox-Umfrage gezeigt, dass 40 Prozent der jüngeren Generation während des ersten Lockdowns erstmals überhaupt Videotelefonie genutzt hätten.

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