Börse

Deutlich weniger Dividende für Telefónica-Aktionäre

Telefónica steht eine zweijährige Investitionsphase bevor, in der die Mobilfunkversorgung auf dem Land verbessert und in den Städten der 5G-Ausbau vorangebracht werden soll. Die nächste Ausschüttung an die Aktionäre fällt daher deutlich niedriger aus.

Melanie Zecher, 11.12.2019, 09:43 Uhr (Quelle: DPA)
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Der Mobilfunkanbieter Telefónica Deutschland (O2) geht angesichts hoher Investitionen in seine Netze den gleichen Weg wie die Deutsche Telekom: Er kürzt die Dividende für seine Aktionäre deutlich. Für 2019 schlägt das Management eine Ausschüttung von 0,17 Euro je Aktie vor, wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte. Für das Jahr 2018 hatten Investoren noch 0,27 Euro je Aktie erhalten. Analysten hatten mit diesem Schritt gerechnet. Die Aktie verlor am Vormittag als Schlusslicht im MDax rund zwei Prozent an Wert.

Die Dividende von 17 Cent stellt eine Untergrenze für die bevorstehende zweijährige Investitionsphase dar, in der die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns in der Spitze eine Investitionsquote von 17 bis 18 Prozent anstrebt. Das heißt, 17 bis 18 Prozent des Umsatzes sollen investiert werden.

Investitionen in ländliche Regionen und 5G-Ausbau

Das Unternehmen hat sich gemeinsam mit seinen Konkurrenten Telekom und Vodafone eine verbesserte Versorgung vor allem im ländlichen Regionen, aber auch entlang der Verkehrswege auf Straßen, Schienen und Flüssen vorgenommen. Auch der künftige Netzbetreiber 1&1 Drillisch wurde eingeladen, sich zu beteiligen.

Dazu steht für Telefónica Deutschland nun die Versorgung erster Städte mit dem 5G-Netz an. Die dafür erforderlichen Frequenzen hatte das Unternehmen in einer Auktion des Bundes im Sommer für 1,42 Milliarden Euro ersteigert. Die Telekomunternehmen dürfen die Summe in Raten zahlen, und zwar über einen Zeitraum bis 2030. Dadurch sparen die Firmen Zinsen für Kredite und haben mehr Luft für Investitionen.

Laut Plan wird der Ausbau im ersten Quartal 2020 beginnen und ist zunächst für die Städte Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt vorgesehen. Bis Ende 2022 sollen dann insgesamt 30 Städte Zugang zu 5G haben. Das bisherige 3G-Netz will die Telefónica Deutschland bis dahin wie geplant abschalten.

Ausgaben sollen sich ab 2022 normalisieren

Ab 2022 sollen sich die Ausgaben bei Telefónica wieder normalisieren. Der Umsatz soll zudem bis zum Jahr 2022 um insgesamt mindestens fünf Prozent zulegen. Dabei soll schrittweise ein immer größerer Anteil der Erlöse als operativer Gewinn beim Unternehmen hängen bleiben.

Für das Jahr 2019 hatte sich Telefónica Deutschland noch eine Investitionsquote von 13 bis 14 Prozent des Umsatzes vorgenommen. An diesem und den anderen Jahreszielen hält das Management fest. So soll der Umsatz ohne Regulierungseffekte in etwa auf Vorjahreshöhe bleiben, das operative Ergebnis soll stabil bleiben oder leicht steigen.

Telekom will Dividende ebenfalls senken

Die Deutsche Telekom will im Zuge der hohen künftigen Netzausgaben sowie der Unsicherheit im Zusammenhang mit der Sprint-Übernahme in den USA ihre Dividende für das laufende Geschäftsjahr ebenfalls senken. Hatten Anleger im vergangenen Jahr noch 70 Cent erhalten, sollen es in diesem Jahr nur noch 60 Cent sein, wie es Anfang November hieß. Dieser Betrag ist zugleich aber als auch neue Mindestdividende für die kommenden Jahre gedacht - und damit eine Erhöhung am unteren Rand, der sich zuvor noch auf 50 Cent belief.

Im Gegensatz zu Telefónica Deutschland hatte die Telekom allerdings jüngst die Belieferung mit 5G-Technik aufgrund derzeitiger politischer Sicherheitsbedenken rund um Huawei vorerst auf Eis gelegt.

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