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Designierter Telekom-Chef Höttges bekräftigt Kritik an Regulierung

Größe zählt: Nach Ansicht von Timotheus Höttges, dem nächsten Telekom-Chef, müssten große Unternehmen gestärkt werden. Denn nur große Unternehmen könnten eine leistungsfähige Infrastruktur aufbauen.

13.11.2013, 18:18 Uhr (Quelle: DPA)
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der nächste Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, hat am Mittwoch seine Kritik an der Regulierungspolitik in Europa bekräftigt. Mit Preisregulierungen wie etwa bei den Plänen der EU-Kommission zum Roaming verliere die Branche wichtiges Kapital, das für Investitionen notwendig sei. "Regulierung darf nicht nur Verbraucherpreise im Auge haben", sagte Höttges auf der Jubiläumsveranstaltung des Branchenverbandes VATM am Mittwoch. "Wie wollen wir die Netze stemmen, wenn wir immer weniger verdienen?"

Höttges: Größe zählt, Synergien erforderlich

"Man kann nicht alles über den Preis regeln", forderte auch VATM-Präsident Peer Knauer. In Deutschland sei etwa eine Nachfrage nach schnellen Glasfaser-Netzen einfach nicht vorhanden. Statt weiterer Preisreduzierung brauche es eine neue Wertschätzung für hohe Bandbreiten.

Leistungsfähige Infrastruktur könnten nur große Unternehmen aufbauen, betonte Höttges. "Wir brauchen nicht vier Netzbetreiber, um den Wettbewerb zu gewährleisten", sagte Höttges. Viel wichtiger seien Synergien, um große Unternehmen stark zu machen. "Denn Größe zählt." Deutschland sei innerhalb von sieben Jahren von der Weltspitze weit hinter die USA oder auch Japan zurückgefallen.

Der VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) beging am Dienstag in Berlin sein 15. Jubiläum. Als Grußwort lobte der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling die Liberalisierung des Telekommunikationsmarkts seit 1998 als eine große Erfolgsgeschichte.

(Jörg Schamberg)

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