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"Der Spiegel" vor großen Umwälzungen: 2015 kommen kostenpflichtige Zusatzangebote

Ein Traditionshaus im Wandel: Dem Spiegel-Verlag steht 2015 ein Jahr der Neuerungen bevor. So erscheint das Print-Magazin dann samstags statt montags und mit der Nulltarif-Politik im Online-Bereich soll ebenfalls Schluss sein. Änderungen, die nicht jedem im Verlag gefallen.

07.10.2014, 16:31 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

"Spiegel Online" soll Mitte nächsten Jahres mit neuen kostenpflichtigen Zusatzangeboten an den Start gehen. Das kündigte Spiegel-Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe am Montagabend beim Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten an. Derzeit sei der Verlag dabei, die inhaltlichen und technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

"Spiegel 3.0" liegt manchem schwer im Magen

Grundlage für die Veränderungen ist das von Chefredakteur Wolfgang Büchner aufgesetzte Projekt "Spiegel 3.0". Es soll Print und Digital im Verlag stärker verzahnen.

Vom 10. Januar 2015 an erscheint das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gedruckt bereits am Samstag und nicht mehr erst am Montag. Die Vorbereitungen dazu seien im Zeitplan, berichtet Saffe.

Die angestrebten Veränderungen durch das Projekt "Spiegel 3.0" hatten im Verlag für Unruhe gesorgt. Im August hatten die Gesellschafter dem Chefredakteur ihre Unterstützung für die Umsetzung seiner Pläne zugesichert.

Am Verlag sind die Mitarbeiter KG (50,5 Prozent), Gruner + Jahr (25,5 Prozent) sowie die Augstein-Erben beteiligt. "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein hatte 1974 für seine Mitarbeiter ein in der deutschen Presselandschaft einmaliges Modell aufgestellt, indem er sie zu Miteigentümern (KG) machte.

Offenbar sollen die Ressortleiter-Posten aufgrund veränderter Aufgaben neu ausgeschrieben werden. Dass Ressortleiter für Print auch für die jeweiligen Online-Auftritte mitverantwortlich werden sollen, sahen vor allem KG-Angehörige in der vorgeschlagenen Weise kritisch. Infolgedessen kamen auch Personalspekulationen um Chefredakteur Büchner auf.

Saffe will digitalen "Spiegel" ausbauen

Angesichts der allgemein veränderten Mediennutzung kann der Spiegel-Verlag Saffe zufolge die Auflagenverluste des Nachrichtenmagazins bislang nicht kompensieren. "Wir müssen stärker wachsen und den digitalen 'Spiegel' ausbauen."

Die digitale Version des gedruckten Magazins wird derzeit von 51.429 Lesern im Abonnement bezogen. "Das funktioniert wunderbar", ergänzte Saffe. Die Auflage des "Spiegel" lag im 2. Quartal 2014 bei 874.111 verkauften Exemplaren (IVW-geprüft), vor zwei Jahren waren es noch über 900.000 Exemplare.

Von Mitte 2015 an sollen die Magazin-Inhalte im Internetauftritt von "Spiegel Online" nicht mehr als ganzes digitales Heft, sondern je nach Inhalt und Ressort "an völlig unterschiedlichen Stellen" angeboten werden, erläuterte Saffe. "Es geht um mehr als um den Ausbau eines E-Papers. Der Auftritt von 'Spiegel Online' wird sich komplett verändern."

Hinzu kommt, dass diese digitalen Zusatzangebote im Internetauftritt kostenpflichtig werden. Dabei denkt der Manager an eine Abo-Gebühr zum dauerhaften Bezug der Extras. Der Zugang zu "Spiegel Online" bleibt kostenfrei.

(Dorothee Monreal)

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