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DENIC will DE-Domains nach Kündigung nicht mehr sofort löschen

Die DENIC will ab der zweiten Jahreshälfte ein neues Verfahren für gekündigte .de-Domains einführen. Innerhalb einer neuen Cooldown-Phase von sieben Tagen nach der Kündigung soll eine Domain wieder reaktivierbar sein.

31.05.2013, 17:17 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Gnadenfrist für DE-Domains: Nach der Kündigung eines Domainvertrages über eine Internetadresse mit der Domainendung ".de" will die zuständige zentrale Registrierungs- und Verwaltungsstelle DENIC die Domain künftig nicht mehr direkt löschen. Einen entsprechenden Modellentwurf zur Einführung einer sogenannten "Redemption Grace Period", in der eine Domain nur vorläufig gelöscht wird, hat die DENIC bereits in der vergangenen Woche zur Diskussion bereitgestellt. Nun informierte auch der Webhoster 1&1 darüber in seinem Blog. Ziel der Neuerung: Domaininhaber sollen vor einer versehentlichen Löschung ihrer Domain geschützt werden.

Domain in Cooldown-Phase wieder reaktivierbar

Die DENIC will Domaininhabern in Zukunft nach der Kündigung des Domainvertrags eine siebentägige Cooldown-Phase einräumen. In diesem Zeitraum müssen Inhaber einer Internetadresse dann allerdings aktiv werden, wenn sie eine endgültige Löschung ihrer Domain noch verhindern möchten. Die Daten der Domaininhaber sind während der Cooldown-Phase bereits nicht mehr öffentlich über die DENIC-Webseite abrufbar. Stattdessen findet sich der Vermerk "Zur Löschung anstehend".

Konkret soll es künftig zwei Verfahren für DE-Domains geben. Mit Hilfe eines "Restore"-Auftrags lässt sich die betroffene Domain mit den alten Inhaberdaten wiederherstellen. Technisch muss dies durch den Domain-Registrar innerhalb der gewährten Sieben-Tages-Frist erfolgen, also beispielsweise durch Hosting-Anbieter wie 1&1 oder Strato. Erfolgt keine Reaktivierung, wird die Domain nach Ablauf der Cooldown-Phase endgültig gelöscht.

Maximal 30 Tage Zeit für Providerwechsel - Feedback zum DENIC-Entwuf bis 21. Juni einreichbar

Die zweite Alternative ist ein Providerwechsel mittels des sogenannten "AUTHINFO-Request". Der Webhoster teilt dem Domaininhaber ein Passwort für den Providerwechsel mit. Wird ein solches innerhalb der siebentägigen Cooldown-Phase beantragt, verlängert sich die Frist, in der der Providerwechsel erfolgen muss, auf maximal 30 Tage. Erfolgt in diesem Zeitraum kein Auftrag für eine Reaktivierung bzw. für einen Wechsel zu einem anderen Webhoster, so löscht die DENIC die Domain nach Ablauf der 30 Tage.

Die DENIC plant die Einführung des neuen Verfahrens für die zweite Jahreshälfte dieses Jahres. Die abschließenden Regelungen will die Registrierungsstelle erst nach einer vierwöchigen Diskussionsphase festlegen. Der vorgelegte Entwurf sei nur als Grundkonzept zu verstehen. Feedback kann bis zum 21. Juni per E-Mail mit Betreff "RGP" an info@denic.de erfolgen.

(Jörg Schamberg)

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