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Dell kauft IT-Dienstleister für 3,9 Milliarden Dollar

Der US-Computerbauer Dell übernimmt den IT-Dienstleister Perot Systems und weitet damit sein Serviceangebot für Unternehmen aus. Den größten Zukauf in der Firmengeschichte zahlt Dell aus liquiden Mitteln.

21.09.2009, 16:15 Uhr (Quelle: DPA)
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Mit dem größten Zukauf der Firmengeschichte will sich der amerikanische Computerbauer Dell breiter aufstellen. Der Konzern aus dem texanischen Round Rock kündigte am Montag an, den IT-Dienstleister Perot Systems für rund 3,9 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro) zu übernehmen. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten dem Kaufvertrag am Sonntag zugestimmt. Das Votum der Behörden steht aber noch aus. Die Nummer zwei im PC-Markt leidet unter schwächelndem Absatz und strebt daher in das profitable Geschäft mit IT-Dienstleistungen.
Dell-Aktie gibt leicht nach
Dell bietet den Aktionären je Papier 30 Dollar in bar. Das entspricht einem Aufschlag von 68 Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs. Das Unternehmen zahlt die Übernahme aus vorhandener Liquidität. Die Transaktion soll zwischen November und Januar abgeschlossen werden. Während der Kurs der Perot-Aktie im vorbörslichen Handel in die Höhe schoss, gab das Dell-Papier leicht nach.
Mit dem Zukauf weite Dell sein Angebot an Lösungen für Unternehmen deutlich aus, sagte Firmengründer und -chef Michael Dell. Zusammen hätten die Unternehmen im vergangenen Jahr mit Dienstleistungen acht Milliarden Dollar umgesetzt. Perot Systems - gegründet vom früheren US-Präsidentschaftskandidaten Ross Perot - firmiert künftig als Service-Sparte des Konzerns. Das Unternehmen machte im vergangenen Geschäftsjahr mit 23.000 Mitarbeitern 2,8 Milliarden Dollar Umsatz.
PC-Umsatz ist aufgrund der Wirtschaftskrise eingebrochen
In den vergangenen Monaten ist der Umsatz mit PCs angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise eingebrochen. Zuwächse verzeichnen die Hersteller nur bei den als Netbooks bekannten Billig-Notebooks, die geringe Margen abwerfen. Das Geschäft mit IT-Dienstleistungen ist dagegen wegen langfristiger Verträge vergleichsweise krisenfest und half unter anderem den Dell-Konkurrenten IBM und Hewlett-Packard durch die Rezession.

(Jörg Schamberg)

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