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Debitel will iPhones mit eigenem Vertrag verkaufen

Derzeit prüft das Unternehmen noch offene juristische Fragen. Geben die Rechtsexperten grünes Licht, soll sobald wie möglich mit der Vermarktung begonnen werden. Debitel will dazu auch einen speziellen iPhone-Tarfif anbieten.

22.11.2007, 14:25 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Das iPhone beschäftigt Deutschland. So hatte das Landgericht Hamburg über eine einstweilige Verfügung von Vodafone gegen die exklusive Verkaufspraxis von T-Mobile zu entscheiden, jetzt schaltet sich auch die Bundesnetzagentur ein. Der Mobilfunkprovider Debitel zeigte bei der Bonner Behörde einen Verstoß gegen die geltende Mobilfunklizenzvereinbarung an, da T-Mobile seine Kunden bei einem Wechsel zu einem anderen Netzbetreiber oder Dienstebetreiber nicht behindern dürfe. Aufgrund der Netzsperre im iPhone - auch über die Vertragszeit von 24 Monaten hinaus - sei das aber genau der Fall.
Eigener Debitel-iPhone-Tarif
Nachdem der Bonner Mobilfunkkonzern seit gestern aufgrund der einstweilligen Verfügung das Handy auch ohne Vertrag und Netzsperre verkaufen muss, wittert debitel seine große Chance und will ein Stück vom großen iPhone-Geschäft abhaben. Nach eigenen Angaben bastle das Unternehmen derzeit nicht nur an einer Marketing-Kampagne, sondern auch an einem eigenen iPhone-Tarif. "Allerdings müssen vorher noch einige offene juristische und technische Fragen geklärt werden", bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von onlinekosten.de.
Vertriebsstart so schnell wie möglich
Mit der Vermarktung des iPhone soll bei debitel so schnell wie möglich begonnen werden. Gerüchten zur Folge sei erst einmal geplant, dass iPhone lediglich so lange anzubieten, bis die Richter am Landgericht Hamburg über die Vodafone-Klage entschieden haben. Mit einer ersten Entscheidung ist allerdings schon in zwei Wochen zu rechnen. Ob der Verkauf auch danach weiter geht und woher der Provider die viele Geräte beziehen will, ist bis dato nicht bekannt. Eine Möglichkeit wäre, dass Debitel-Kunden das Gerät in den Telekom-Shops für 999 Euro erwerben und dann beim Provider einen "wesentlich günstigeren iPhone-Vertrag" abschließen können. Als Anreiz für den Wechsel sei beispielsweise eine "Rückvergütung" denkbar, heißt es aus Debitel-Unternehmenskreisen. Die Kunden dürfen jedenfalls gespannt sein.
T-Mobile bleibt Exklusivpartner
"Apple hat in unserem Unternehmen für Deutschland einen exklusiven Vertriebspartner für das iPhone gefunden", betonte T-Mobile-Sprecher Andreas Fuchs. Es gebe keinen Grund, warum sich das ändern sollte. Man warte jetzt auf die Entscheidung des Gerichts. Dann sehe man weiter.

(Michael Friedrichs)

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